Chemie im Essen kann Ihre Gesundheit gefährden
 
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DR. WATSON exklusiv:
Ministerien distanzieren sich von fragwürdiger Werbeaktion in Schulen
Zuckerbombe für Grundschüler
Das Kind kommt aus der Schule nach Hause mit einer blauen Plastikdose, darin diverse Produkte von zweifelhaftem Wert, etwa ein süßer Brotaufstrich, Zuckergehalt: 66 Prozent. Das soll gesund sein? Natürlich nicht: Es ist eine Werbeaktion der Herstellerfirmen, ganz offiziell im Unterricht, in baden-württembergischen Grundschulen. Die Lehrerin hat die Sachen verteilt. Jetzt distanzieren sich die zuständigen Ministerien gegenüber DR. WATSON von der Aktion.
Plastikessen für unsere Kleinen, von der Lehrerin serviert, mit freundlicher Unterstützung der Hersteller, aber ohne Billigung der zuständigen Ministerien, wie sie gestern gegenüber DR. WATSON versicherten.

Plastikessen für unsere Kleinen, von der Lehrerin serviert, mit freundlicher Unterstützung der Hersteller, aber ohne Billigung der zuständigen Ministerien, wie sie gestern gegenüber DR. WATSON versicherten.
© Joachim E. Röttgers / Graffiti
„Gesunde Power für den Tag“, das steht auf der blauen Plastikdose, wobei es auf den ersten Blick ein bisschen rätselhaft ist, was daran gesund sein soll.

Etwa an diesem süßen gelben Eimerchen: die Zuckerbombe. Original Grafschafter Goldsaft, eine zähe braune Substanz: „Rheinischer Zuckerrübensirup“. Zuckergehalt laut Packungsaufschrift: 66 Prozent.

Oder den zwei kleinen dünnen, dunklen Würstchen: Kabanos Salami Geflügel. Sie enthalten nicht nur den seit langem umstrittenen Geschmacksverstärker Mononatriumglutamat, sondern auch Phosphat, einen Zusatzstoff, vor dem schon das Deutsche Ärzteblatt gewarnt hat, weil davon ein Gesundheitsrisiko ausgehe.

Und schließlich ein Plastikpack der Babynahrungsfirma Hipp: "Hippis Kiwi in Birne-Banane": Ein sogenannter Quetschie, ein hocherhitztes, jahrelang haltbares Obst-Mus, das Experten kritisch sehen wegen des hohen Fruchtzuckergehalts und des dadurch erhöhten Risikos für die sogenannte Nicht Alkoholische Fettleber, an der gerade Kinder zunehmend leiden.

Also kurz zusammengefasst: Kein Experte, der auch nur einen Funken versteht von Kinderernährung, wird so ein Paket für gesund halten. Könnte man meinen.

Einer hat sich dennoch gefunden, einer der geschäftstüchtigsten Professoren Deutschlands: Hans Konrad Biesalski von der Uni Hohenheim, der sich vor allem einen Namen als Glutamat-Verteidiger gemacht hat und sogar ein Pfund am Tag für harmlos hält.

Er hat das Vorwort geschrieben in der Begleitbroschüre, in der die beteiligten Firmen auch noch Werbung machen durften für ihre Produkte. Denn die ganze Aktion wurde natürlich nicht vom Gesundheitsamt oder von Kinderärzten oder gar Köchen organisiert, sondern von einer Marketingfirma, die die Aktion für die beteiligten Herstellerfirmen koordiniert hat.

Die haben natürlich ihre eigenen Motive.

Die Food-Firmen sind ja sehr unter Druck, seit immer deutlicher wird, dass vor allem ihre Produkte verantwortlich sind für die Ausbreitung der großen Zivilisationskrankheiten, an denen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation weltweit 41 Millionen Menschen alljährlich sterben: Alzheimer, Herzleiden, Krebs, der Zuckerkrankheit Diabetes. Vom Übergewicht ganz zu schweigen.

Und so kämpfen sie: um ihre Geschäftsfelder. Denn die Kinder sind schließlich die Konsumenten von morgen.

Und deswegen haben die Konzerne diesen Kulturkampf in die Klassenzimmer getragen.

In der New York Times war schon von einem „Krieg“ die Rede, einem Krieg ums Essen.

"Was wir haben, ist ein Krieg zwischen zwei Ernährungssystemen, der traditionellen Ernährung mit echten Lebensmitteln, die einst von den Bauern um Sie herum hergestellt wurden, und den Produzenten von ultraverarbeiteten Lebensmitteln, die dazu bestimmt sind, übermäßig konsumiert zu werden, und die in einigen Fällen süchtig machen", sagte ein Professor für Ernährung und öffentliche Gesundheit in dem Blatt.

"Es ist ein Krieg", sagte er, "aber ein Ernährungssystem hat unverhältnismäßig mehr Macht als das andere."

Tatsächlich ist leider kein Apfel in der Plastikbox, keine Birne, keine Traube: Es ist ja auch keine Aktion der Gärtnerinnung, oder der örtlichen Obstbauern. Die haben tatsächlich weniger Macht und auch Geld als die großen Food-Firmen.

Wie aber kommt es, dass ausgerechnet die Spezialisten für Ungesundes die Schulen als Werbeforum mussbrauchen dürfen?

Was sagt die Lehrerin, die die Problemprodukte verteilt hat, und zugleich auch die Schulleiterin ist?

Sie sagt: „Uns ist erklärt worden, dass das als gesunde Aktion begriffen wird, und vom Ernährungs- und Kultusministerium als sehr begrüßenswert betrachtet wird.“

Tatsächlich war das in einem Brief der Marketingfirma an die Schulen auch genau so behauptet worden.

„Die mit der Aktion intendierten Zwecke wurden bereits in den vergangenen Jahren vom Ernährungs- wie auch Kultusministerium Baden-Württemberg als sehr begrüßenswert beurteilt.“

Doch die betroffenen Ministerien wollen damit nichts zu tun haben: Sie distanzieren sich auf Anfrage von DR. WATSON mit deutlichen Worten von der Aktion.

Das für Ernährung zuständige Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz teilte gestern mit:

„Der im Anschreiben an die Schulen aufgenommene Satz zu einer Unterstützung seitens des ‚Ernährungsministeriums’ wurde mit uns nicht abgestimmt und ist in dieser Form irreführend.“

Das Ministerium arbeite „mit der privatwirtschaftlichen Schulaktion 'Gesunde Pause' weder fachlich noch organisatorisch zusammen.“

Und auch das Kultusministerium will mit der Aktion nichts zu tun haben, teilte es ebenfalls gestern mit:

„Bei der Aktion ‚gesunde Pause’ besteht derzeit keine Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium Baden-Württemberg. Weder fördert das Ministerium die Aktion finanziell noch findet eine Bewerbung von unserer Seite statt.“

„Grundsätzlich“ sei es „so, dass die Entscheidung über Projekte sowie Aktionen an Schulen von der Schulleitung getroffen werden.“ Dabei, so schrieb das Ministerium in seiner Stellungnahme gegenüber DR. WATSON, müsse „die Schule in jedem Einzelfall prüfen, ob die Aktion im Einklang mit dem Erziehungs- und Bildungsauftrag steht“.

Davon war die Schulleiterin natürlich ausgegangen, nach dem Verweis der Marketingfirma auf die Unterstützung der Regierung. Dass es damit in Wahrheit nicht so weit her ist, wusste sie leider nicht.

Sie hatte ja auch nicht geahnt, dass das Klassenzimmer jetzt zum Schlachtfeld geworden ist, im Krieg um das Essen, und die Zuckerbombe eine Waffe, und die Wahrheit im Krieg bekanntlich immer das erste Opfer ist.

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