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CLA, konjugierte Linolsäure

Sie wird als Wirkstoff eingesetzt in Schlankheitspillen, verkauft auch als Nahrungsergänzungsmittel für Sportler und Figurbewusste: CLA (Conjugated Linoleic Acid, deutsch: konjugierte Linolsäure). CLA hatte sich bei Mäusen als probates Mittel zur Figurverschönerung erwiesen; die kleinen Nager verloren durch den Stoff an Fett und gewannen mehr Muskelmasse. Natürlicherweise ist CLA im Milchfett enthalten, besonders recihhaltig also in Butter, Käse, Sahne.

 

Deutsche Hormonforscher fanden heraus, dass ausgerechnet dieser Stoff Fettzellen auflösen kann, indem er dort an die sogenannten »Killer-Rezeptoren« andockt. Früher galt, dass Fettzellen, wenn sie einmal da sind, nie wieder verschwinden. Zu den sensationellen Erkenntnissen der Hormonforscher gehört die Einsicht, dass die Fettzellen nicht ewig leben, sondern auch absterben, ja abgetötet werden können. Der Ulmer Professor Martin Wabitsch hat den »Killer-Rezeptor« an den Fettzellen gefunden. CLA kann daran andocken und die Fettzellen in Luft auflösen.

 

In den USA erhielt die Substanz den Segen der Behörden als Nahrungszusatz. In Deutschland hat BASF das Geschäft übernommen und sich die Firma Cognis, Marktführer bei CLA, einverleibt.

 

Der Ludwigshafener Chemiekonzern vermarktet das Mittel weltweit, auch als Zusatz zum Viehfutter („Unterstützt die Gesundheit der Kühe durch Entlastung des Stoffwechsels nach dem Kalben“).

 

Besonders viel CLA kommt im Milchfett vor, mithin besonders üppig in Butter und Sahne,  wenn die Kühe auf der Weide grasen dürfen (Grasfütterung). Moderne Turbokühe dürfen das nicht, sie bekommen mehr Kraftfutter, was zwar den Milchausstoß erhöht, den Anteil des natürlichen Schlankmachers im Milchfett aber stark reduziert.

 

Als Ausgleich gibt es CLA von BASF, Handelsname „Lutalin“. Als „Tonalin“ gibt es CLA von BASF für Menschen („...hilft, die Körperzusammensetzung zu verbessern, indem er Ihrem Körper hilft, Fett zu verbrennen“).

 

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist den angeblichen Schlankmachern gegenüber skeptisch: Es gebe „keine ausreichende Evidenz“, und: „Nebenwirkungen können nicht ausgeschlossen werden.“ Da geht es um ein möglicherweise erhöhtes Risiko für die Zuckerkrankheit Diabetes oder auch für Herzleiden.

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Immer mehr Fachleute in aller Welt sehen dies als wesentliches Kriterium bei der Frage nach dem gesundheitlichen Wert der Lebensmittel.

Denn es ist ein großer Unterschied, ob ein Erdbeerjoghurt selbst gemacht wird, mit frischen Früchten, oder ob er aus dem Plastikbecher kommt. Und die Tiefkühlpizza ist ein völlig anderes Nahrungsmittel als das traditionelle Vorbild. Auch bei den Vitaminen ist es wichtig, ob sie aus einem Apfel kommen, oder aus der Corn-Flakes-Packung, oder gar als Pille aus der Apotheke, dem Drogeriemarkt oder dem Internet.

Es geht im 21. Jahrhundert nicht mehr bloß um Kalorien, um Nährstoffe und Schadstoffe, Viren und Bakterien, um Zucker, Fett, Vitamine.

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Die industrielle Nahrungsproduktion stellt eine epochale Veränderung dar, nach Ansicht mancher Experten vergleichbar mit den Umwälzungen in jener Zeit, als die Menschen sesshaft wurden.

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