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23.06.2021

DR. WATSON exklusiv

Wie Coca-Cola, Nestlé & Co die WHO unterwandern

Wissenschaftler fordern Schutzmaßnahmen gegen Lobby-Attacken

Ich war immer wieder schockiert, wenn sich vor mir ein Abgrund des Lobby-Unwesens auftat. Jetzt zeigt eine neue Studie Ausmaß und Hintergründe. Es geht um die Weltgesundheitsorganisation (WHO) – und damit unser aller Wohlergehen, gerade auch in Zeiten weltweiter Pandemien. / Von Hans-Ulrich Grimm

Woher weht der Wind? WHO-Fahne vor dem Hauptquartier in Genf
Bild: Creative Commons / US Mission Geneva

Zunächst hatte ich noch gedacht, es handle sich um einen extremen Einzelfall.

 

Es ging um den Zucker, und die anwesenden Professoren aus aller Welt wunderten sich, warum ausgerechnet ein WHO-Offizieller sich so vehement für die ungesunde Süße einsetzte, und förmlich aufgebraust sei, wenn nur die leiseste Kritik aufkam.

 

Hinterher stellte sich heraus: der Mann war gar kein WHO-Beamter. Er wurde zwar als solcher vorgestellt, und so erschien er auch in der Teilnehmerliste, als „Berater, Ernährung, WHO Genf“.

 

In Wahrheit war er sozusagen ein Agent der Nahrungsindustrie. Er arbeitete innerhalb der Weltgesundheitsorganisation für eine weltweit operierende Lobbytruppe, im Auftrag von Firmen wie Coca-Cola, Pepsi-Cola, Südzucker, Red Bull.

 

Ich habe darüber in meinem Buch über die „Zucker-Mafia“ berichtet. Die britische BBC hatte den Vorgang enthüllt.

 

Mittlerweile sind die Medien, vor allem hierzulande, eher zurückhaltend, wenn es um Verstrickungen zwischen Konzernen, Politik und Entscheidungsgremien geht: Sie wittern da „Verschwörungstheorien“.

 

Glücklicherweise haben deshalb Wissenschaftler den Job der investigativen Recherche übernommen, weisen faktenreich und dokumentenbasiert Verbindungen und Verstrickungen nach – und auf die Folgen hin für die Weltgesundheit.

 

Denn solche anrüchigen Verquickungen bilden tatsächlich eine reale Gefahr für die Menschen auf diesem Planeten. Wenn ausgerechnet die Hersteller des Ungesunden auf die Gesundheitswächter der Weltgemeinschaft einwirken, die Richtlinien, Risikowarnungen und Maßnahmen beeinflussen, in die falsche Richtung, auf Irrwege lenken, Gefahren verharmlosen, dann können die Folgen verheerend sein.

 

Genau davor warnt jetzt eine Forschergruppe um Kathrin Lauber von der Universität im britischen Bath im Südwesten Englands.

 

Vorige Woche erschien ihre Studie über die Unterwanderung und Beeinflussung der Weltgesundheitsorganisation durch die globalen Nahrungskonzerne und ihre Lobbyorganisationen im renommierten Medizinerjournal The BMJ (früher: British Medical Journal)

 

Der Zeitpunkt ist günstig, mitten in einer globalen Gesundheitskrise, in der die ganze Welt streitet über Ursachen und Hintergründe, Folgen und Gegenmaßnahmen einer viralen Bedrohung.

 

Schließlich weisen ernstzunehmende Stimmen aus der Wissenschaft auch auf die Bedeutung des Gesundheitszustandes in der Bevölkerung hin, auf die coronafördernden „Vorerkrankungen“ und die Rolle der Ernährung bei deren Entstehung.

 

Eine unheilvolle Rolle spiele da insbesondere die sogenannte „Westliche Ernährung“ mit Fastfood, Softdrinks, Fertiggerichten, die mithin den globalen Erfolgszug der Krankheit namens COVID-19 begünstige.

Im Visier von Big Food: Hauptquartier der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf

Foto: Yann Forget / Wikimedia Commons

Ausgerechnet die Hersteller dieser „ultra-verarbeiteten“ Nahrung setzen die Weltgesundheitsorganisation unter massiven Druck – und behindern mithin den globalen Kampf gegen die modernen Krankheiten wie Alzheimer, Herzleiden und Schlaganfall, Krebs, die Zuckerkrankheit Diabetes, jene „Vorerkrankungen“ also, die nicht nur der Krankheit namens COVID 19  den Weg bereiten, sondern auch ihrerseits einen - sogar weitaus höheren -  Tribut fordern.

Mehr als zehn Millionen Menschen sterben jährlich an solchen ernährungsbedingten Krankheiten – und dennoch gelten, kritisiert die BMJ-Studie, die großen Konzerne wie Nestlé und Coca-Cola, McDonald’s, Mars, Ferrero, merkwürdigerweise nicht als „Teil des Problems“, sondern als Teil der Lösung, werden von Politik und Medien hofiert.

 

Wenn nun ausgerechnet die Hersteller dieser Produkte die wichtigste globale Institution unterwandern, die den Kampf gegen die „Pandemie“ organisieren und sogar anführen soll, dann ist das natürlich besonders besorgniserregend.

 

Deshalb sei massive Abwehr „von entscheidender Bedeutung“, damit die Weltorganisation „ihrer Rolle als globale Führungsorganisation bei der Bekämpfung“ solcher Krankheiten gerecht zu werden.

 

Die Autoren fordern daher „umfassende, wirksame Schutzmaßnahmen gegen unzulässige Einflussnahme und Interessenkonflikte bei der WHO“.

 

Welche drastischen Folgen die erfolgreiche Unterwanderung haben kann, zeigt, geradezu als Lehrbeispiel, jene Zucker-Konferenz, bei der ein Lobby-Agent als WHO-Offizieller auftrat.

 

Die aus aller Welt angereisten Professoren hatten sich natürlich kritisch gegen den Zucker in Stellung gebracht – aber ihre Position war anschließend im Abschlussdokument und der öffentlichen Erklärung ins Gegenteil verkehrt worden:

 

Und so wunderten sich die Teilnehmer sehr, was der Weltpresse gegenüber als Fazit der Tagung ausgegeben wurde: Es gebe „keinen Zusammenhang“ zwischen Zucker und „Krankheiten wie Diabetes, Herzkrankheiten und Übergewicht.“

 

Ein Freispruch für den Zucker auf ganzer Linie.

 

Fortan galt diese Entschließung als offizielle Position der wichtigsten Weltorganisationen in Sachen Zucker – und war in Wahrheit ein Meisterstück des Lobbyismus. Mit Freude bezogen sich die Konzerne auf Jahre hinaus auf dieses entlastende Attest von höchster Stelle – an dem sie selbst maßgeblich mitgewirkt hatten. 

 

Denn es gab nicht nur einen Agenten der Industrie. Auch der Generaldirektor der World Sugar Research Organisation (WSRO) wirkte mit, zog im Hintergrund die Fäden. Im Vorfeld schon bekamen die Lobbyisten die Papiere zur Durchsicht, sie durften bei der Auswahl der Experten mitwirken und den Vorsitzenden vorschlagen.

 

Auch die Beschlüsse der angereisten Professoren wurden nachträglich frisiert, dabei durfte wiederum ein Manager der Food-Industrie behilflich sein, vom US-Konzern Best Foods, der später im Unilever-Konzern aufging.

 

Das alles gab es natürlich nicht umsonst, aber relativ günstig:  Insgesamt 60.000 Dollar hatte die Lobby den Veranstaltern, der WHO und der FAO, der Welternährungsorganisation, dafür bezahlt.

 

Für relativ geringen Einsatz hatte die Industrie einen jahrzehntelang gültigen Persilschein erworben, einen Freibrief für den Zucker, mit den Stempeln der weltweit höchsten Autoritäten, jahrzehntelang gültig, maßgeblich auch für künftige Beschlüsse, etwa von der Europäischen Lebensmittelbehörde Efsa, die sich auch sehr wohlwollend zum Zucker geäußert hatte – und sich dabei auf das gesponserte Entlastungspapier berufen konnte.

 

Wann immer Experten, Behörden oder Risikoinstitute über die Gefahren des Zuckers zu befinden haben, müssen sie sich mit den Ergebnissen jener Konferenz befassen, die schon 1997 stattgefunden hatte – aber bis in die Gegenwart wirkt. Denn die frisierten Papiere wurden nie korrigiert oder gar zurückgezogen.

 

Die BMJ-Studie zeigt: Das Vorgehen hat Methode – und das seit Jahrzehnten, bis in die Gegenwart.

Die Lobby des Ungesunden: Das International Life Sciences Institute (Ilsi) und seine prominenten Mitglieder.

Grafik: USRTK

Die Waffen der Konzern-Guerilla

Die Autoren der BMJ-Studie haben unter anderem interne Unterlagen ausgewertet, die die Unterwanderungsstrategien dokumentieren, sie haben auch Interviews geführt mit Verantwortlichen in internationalen Organisationen, die sich zum Teil regelrecht „gestalkt“ fühlten durch die Konzernagenten.

 

Sie beschreiben, mit welchen Techniken und Methoden die Konzerne versuchen, Politik, Wissenschaft und Entscheidungsträger zu beeinflussen,

um die WHO auf ihren Kurs zu bringen: Aufschlussreiche Einblicke in die Guerilla-Taktik der Food-Giganten.

 

Eine zentrale Rolle spielt dabei natürlich die Einflussnahme auf die Mitgliedsstaaten: Sie „wurde von fast allen Befragten, in internen Dokumenten und in der Literatur als entscheidender Weg für den Einfluss“ der Konzerne hervorgehoben.“

 

Schließlich haben die Mitgliedsstaaten den entscheidenden Einfluss in den WHO-Entscheidungsgremien und sind deswegen besonders im Visier der Lobbystrategen.

 

Es gebe Hinweise darauf, dass die Konzern-Akteure „aktiv Lobbyarbeit bei nationalen Regierungsstellen betrieben haben“, um industriefreundliche „Positionen in WHO-Verhandlungen zu fördern.“

 

Eine wichtige Rolle spielten dabei auch „zwischengeschaltete Organisationen“, mit denen die Industrie, „auf verdeckte Weise versucht, die Politik zu beeinflussen.“

 

Eine kaum zu überschätzende Scharnierfunktion als solche „zwischengeschaltete Organisation“ kommt dabei einer Organisation zu, die als weltweit wichtigste Lobbytruppe der Konzerne des Ungesunden gelten kann.

 

Sie wurde mitgegründet von Coca-Cola, Mitglieder sind Firmen wie Nestlé, McDonald’s, Monsanto, Red Bull und andere. Die Truppe ist global vernetzt, mit schlagkräftigen Niederlassungen in allen wichtigen Weltgegenden: das International Life Sciences Institute (Ilsi).

 

Bei einer Zusammenkunft des europäischen Ablegers der Organisation in Brüssel traf ich zu meiner allergrößten Überraschung den obersten staatlichen Ernährungsforscher Deutschlands, den Präsidenten des Bundesforschungsinstituts für Ernährung und Lebensmittel (Max Rubner-Institut, kurz MRI), direkt der deutschen Bundesregierung unterstellt.

Überraschung im Aufzug

Diese Begegnung, es war im Lift des Tagungshotels bei Brüssel, gehört für mich zu den einschneidendsten Erlebnissen bei meinen Recherchen.

 

Denn der Mann der deutschen Bundesregierung war nicht als Gast oder Beobachter da, sondern als hoher Funktionär der Industrielobby, diente ihr als Versammlungsleiter und sogar als  Mitglied im Verwaltungsrat: Der hochdotierte Beamte, Chef einer staatlichen Behörde der Bundesrepublik Deutschland, war ganz offensichtlich unterwegs in doppelter Mission, und zugleich ein Helfer der Konzernlobby – und zwar auf Top-Level.

 

Und so äußerte er mir gegenüber, beim Gespräch im Aufzug und später beim Interview in seinem Amtssitz (siehe Vom Verzehr wird abgeraten)  großes Verständnis für seine Freunde und Partner aus der Industrie. Er sorgte beispielsweise dafür, dass entgegen einer EU-Vorgabe in Deutschland keinerlei staatlichen Statistiken über Zusatzstoffe erhoben werden.

 

Auch das hat System, folgt der Logik der Lobbystrategie, so die BMJ-Untersuchung:

 

„Eingehende Studien über Ilsi kommen beispielsweise zu dem Schluss, dass die Organisation Industrieinteressen auf nationaler und globaler Ebene gefördert hat, während sie als scheinbar unabhängige Organisation einen privilegierten Zugang genoss.“

 

Bei der Weltgesundheitsorganisation hatte das Ilsi sogar lange einen Sonderstatus, bis ins Jahr 2015.

 

Auch danach legte die WHO großen Wert auf die Teilnahme von Industrievertretern bei internationalen Zusammenkünften, Konferenzen, Arbeitstagungen.

 

Sogar „regelmäßige Dialoge zwischen der Generaldirektion der WHO“, ihren Beamten und den Konzernen des Ungesunden, der Hersteller von „ultra-verarbeiteter Nahrung“, fanden laut BMJ-Studie statt, eingeführt von der Generaldirektion unter der ehemaligen norwegischen Ministerpräsidentin, der Sozialdemokratin Gro Harlem Brundtland, organisiert von einem WHO-Topmann namens Derek Yach, der später zu Pepsi Cola wechselte, wo dann auch Brundtland selbst als Beraterin fungierte, im „Blue Ribbon Advisory Board“ des Softdrinkkonzerns.

 

Lobby-Forscher nennen das den „Drehtür-Effekt“ („Revolving Door Effect“), den Wechsel zentraler Figuren zwischen Industrie und öffentlichen Institutionen. Die Studie führt auch die Personalie Janet Voûte auf, die von der World Heart Federation zur WHO wechselte und von dort zu Nestlé.

 

Die Drehtür geht natürlich auch in die umgekehrte Richtung, von der Industrie zu den internationalen Organisationen, etwa von Nestlé zur WHO.

 

Das fördere die „Kohärenz“, also den Zusammenhalt zwischen öffentlichen Institutionen und der „ungesunden“ Industrien, stellt die BMJ-Studie fest - und beeinflusst mithin auch das Verhalten der öffentlichen Entscheidungsgremien gegenüber den Konzernen.

 

 

 

 

Früher Nestlé, jetzt WHO

So kommt es dann zu, für mich wiederum überraschenden, Auftritten von WHO-Leuten, die früher Konzern-Leute waren, auf der globalen Bühne. 

 

Es war der Sound, der Tonfall, die Attitüde, die ich so von der Weltgesundheitsorganisation nicht erwartet hätte.

 

Es war bei einer globalen Konferenz des zuständigen Gremiums der  Vereinten Nationen über Zusatzstoffe in Peking. Auf dem Podium saß auch eine hochrangige Funktionsträgerin vom fachkundigen WHO-Expertenausschuss, dessen unumstößlichen Erkenntnisse sie in die Sitzung einspeiste, mit machtbewusstem Gestus.

 

Ich hatten mich gewundert über das Auftreten dieser mir bis dato nicht bekannten WHO-Expertin, über die Vehemenz und Drastik, mit der sie die (kritische) Frage eines Delegierten (zum umstrittenen Süßstoff Aspartam) abbügelte, der sich mir hinterher als Verbrauchervertreter vorstellte – und sich seinerseits überhaupt nicht wunderte: Die energische WHO-Beamtin sei schließlich früher bei Nestlé gewesen.

 

Ich fragte sie gleich bei der nächsten Verhandlungspause, und sie bestätigte mir die Nestlé-Station in ihrem Curriculum Vitae.

 

Für die Weltgemeinschaft war sie an der maßgeblichen Stelle der WHO für die gesundheitliche Bewertung von Zusatzstoffen zuständig.

 

Förderlich für die Weltgesundheit sind derartige Verquickungen nicht unbedingt.

 

Für die BMJ-Forscher  herrscht deshalb dringender Handlungsbedarf: So seien „wirksame Schutzmaßnahmen gegen unzulässige Einflussnahme und Interessenkonflikte für die WHO“ dringend erforderlich, und „von entscheidender Bedeutung, um ihrer Rolle als globale Führungsorganisation bei der Bekämpfung“ der großen Zivilisationskrankheiten „gerecht zu werden“.

 

Das Prekäre ist: Nach den Erkenntnissen der BMJ-Untersuchung sind sogar die Organisationen, die sich der Bekämpfung dieser Krankheiten verschrieben haben, und die bei der WHO einen privilegierten Zugang haben, oft ebenfalls von jenen Konzernen unterwandert, die als Verursacher dieser Krankheiten in Verdacht sind.

 

So habe etwa die World Heart Federation von Unilever Geld bekommen, und die International Diabetes Federation von Nestlé.

 

Die Sponsoren aus dem Kosmos des Ungesunden stehen offenbar Schlange, wenn es ums Spenden gegen die von ihnen verursachten Krankheiten geht.

 

Er sei von Softdrink-Firmen „fast gestalkt“ worden, sagte bei den BMJ-Interviews ein Anwalt aus solchen Kreisen: „Sie hätten mir so viel Geld gegeben, wie ich wollte.“

 

Das Ziel der Produzenten des Ungesunden sei, so die BMJ-Studie, der Wunsch, „ihre Glaubwürdigkeit zu fördern und die Kritik der Zivilgesellschaft zu dämpfen“.

 

Aus ähnlichen Gründen stoßen sogar die von Medien meist positiv gewürdigten Spendenpraktiken von Superreichen und milliardenschweren Unternehmen bei den BMJ-Forschern auf Kritik.

 

Sie befürchten dadurch finanzielle Abhängigkeiten, die im Gewande von menschenfreundlicher Güte und Philanthropie daherkommen.

 

Etwa über „die neue WHO-Stiftung“, die zwar als wohltätige Einrichtung erscheint, es aber „ermöglicht, die WHO-Regeln für Unternehmensspenden zu umgehen, und somit eine klare Bedrohung für die Unabhängigkeit der Organisation darstellt“. 

 

Genutzt hatte diese Möglichkeit einer finanziellen Zuwendung, unter großem Beifall der Medien, der weltgrößte Nahrungskonzern Nestlé – mit einer Spende zur Corona-Bekämpfung.

 

Auch die Macht der „Bill and Melinda Gates Foundation, die zu den Top-Finanzierern der WHO gehören“, sieht die BMJ-Studie kritisch.

 

Nicht nur, dass sie „eine erhebliche Agenda-Setting-Macht im Bereich der globalen Gesundheit“ und durch „zweckgebundene Beiträge Prioritäten beeinflussen“ kann.

 

Auch die Geldquellen der Gates-Stiftung ihrerseits schafften eine problematische Nähe zum Ungesunden: „Die jüngste Steuererklärung des Bill and Melinda Gates Foundation Trust“ deute darauf hin, dass das Geld auch aus Investitionen in eine Reihe von Konzernen mit ungesunder Produktpalette stammt, darunter Pepsi, Coca-Cola und McDonald’s, mit denen die Gates-Stiftung sogar „Projekte in Partnerschaft finanziert hat“.

 

Nicht direkt das Milieu also, das für Gesundheit und Wohlergehen steht.

 

So klebt am Geld der Gates-Stiftung zwar nicht unbedingt Blut, aber es verströmt ungesunde Gerüche.

 

Die Industrie-Lobby sieht auch solche Verbindungen als möglichen Pfad, die Politik der Weltgesundheitsorganisation zu beeinflussen. Die BMJ-Studie zitiert den Gründer der Konzernlobbytruppe Ilsi, der sich erfreut über die WHO-Hilfe durch Bill Gates gezeigt hatte: „Unser Vorsitzender kennt ihn gut“.

 

Philanthropie als Trojanisches Pferd der Produzenten des Ungesunden.

 

Die Forschergruppe von der britischen Universität fordert mehr Wachsamkeit gegenüber den verschiedenen Pfaden und Methoden der Unterwanderung der höchsten Gesundheits-Institution unserer Weltgemeinschaft.

 

„Ein erhöhtes Bewusstsein“ für den „Schutz vor kommerzieller Einmischung und Interessenkonflikten sowohl auf globaler als auch auf nationaler Ebene“ sei nötig, um „die wichtige Arbeit der WHO zu stärken“ und ihre „führende Rolle bei Maßnahmen für eine bessere Ernährung zu unterstützen.“

 

 

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