Essen kann Ihren Charakter verändern! Warnhinweis auf Liebesäpfeln
Himmelhoch jauchzend. Zu Tode geprügelt. Was das mit Fastfood, Softdrinks, Tiefkühlpizza zu tun hat. Über den Zusammenhang zwischen Emotionen, Charakter und Ernährung.
Ich hatte mich über Nacht in einen anderen Menschen verwandelt. Es war ein Selbstversuch nach einem Besuch bei Schulkindern, die morgens zuhause nichts zum Frühstücken bekamen, nur etwas Geld, mit dem sie Cola, Marsriegel und Chips kauften. Ich tat es ihnen gleich, für einen Morgen – und war den ganzen Tag über schlecht drauf, lethargisch, unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen.
Shirin David ist manchmal sogar „richtig zickig“. Vor allem, wenn sie „Quatsch“ gegessen hat, Hamburger, zum Beispiel, oder Donuts. „Was Ernährung mit deinem Magen und deinem Gehirn macht, ist enorm“, sagt die Influencerin und Sängerin („Bauch Beine Po“).
„Du bist, was du isst“: Der Spruch geht auf den deutschen Philosophen Ludwig Feuerbach (1804–1872) zurück. Mittlerweile finden Forscher immer mehr Fakten, die das tatsächlich belegen.
„Kann Essen Ihre Persönlichkeit verändern?“ So fragte kürzlich die Zeitschrift Psychology Today.
Sieht ganz so aus. Ganze Forschungszweige beschäftigen sich mit diesen Zusammenhängen. Denn vor allem die moderne Nahrung führt zu Veränderungen im Verhalten, in meinem Ich. Die chemischen Zusätze, zum Beispiel. Sie können tatsächlich den Charakter verderben. Bis hin zu Aggressivität, Gewalt, Kriminalität.
Ob ich ängstlich bin oder zupackend, optimistisch oder pessimistisch, lustig oder trübsinnig, gesellig oder eigenbrötlerisch, aufbrausend und aggressiv oder eher antriebslos und depressiv: Das hat auch mit dem zu tun, was ich zu mir nehme.
„Neuroplastizität“ nennt das Psychology Today: Wir können unser Gehirn auch selbst gestalten: „Aber was, wenn die Persönlichkeit formbarer ist, als wir denken?“
Die Nahrung ist viel mächtiger bisher gedacht. Und wirkt in einer Weise auf uns, die wir uns bisher noch gar nicht vorstellen konnten. Sie hat sich ja ganz fundamental verändert, ohne dass wir das so recht bemerkt haben. Und zugleich unser Wesen verformt. Sozusagen hinter unserem Rücken.
Viele der beunruhigenden Veränderungen der jüngsten Zeit könnten auch mit der Nahrung zu tun haben. Die zahlreichen Fehltage wegen psychischer Probleme. Die zunehmenden Depressionen. Lernstörungen und Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern. Und sogar die wachsende Aggressivität, bis hin zur Gewaltkriminalität.
Klar, es gibt auch andere Faktoren. Aber die Ernährung gehört ganz ohne Zweifel dazu. Die Wissenschaft weiß das, Forscher finden immer mehr Belege. Nur die Öffentlichkeit hat bisher nichts mitgekriegt.
Kein Wunder, dass Besucher schockiert waren, als sie auf einem Hamburger Volksfest knallrote Warnschilder sahen, und sich an die Bild-Zeitung wandten (Foto).
Der Reporter dort rief mich an und fragte, was es damit auf sich habe.
Ich sagte ihm, dass bestimmte Zusatzstoffe tatsächlich Charakter und Persönlichkeit von Kindern verändern. Das hatten britische Wissenschaftler schon vor Jahren festgestellt. Die Europäische Union hatte darauf reagiert. Daher die Warnhinweise, die manche Besucher angeblich sogar in „Panik“ versetzt haben.
„Liebesapfel“, stand da auf, und darunter: „Dieser Artikel enthält den Farbstoff E124 und kann die Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen.“
Tatsächlich können solche Chemikalien im Essen sogar bis zu Gewaltkriminalität führen. Das hatte schon das sogenannte Shipley Projekt in Großbritannien gezeigt: Es ging um jugendliche Straftäter, die in der Regel mehr als einmal im Monat verhaftet wurden, wegen Gewalt, Sachbeschädigung, Brandstiftung und mehr.
Polizeipräsident Peter Bennett von der West Yorkshire Police ließ in den 1990er Jahren den neun schlimmsten jungen Delinquenten in seinem Distrikt, allesamt als hyperaktiv diagnostiziert, eine Diät verabreichen, die Allergene und die einschlägigen Zusatzstoffe vermied. Das Ergebnis: Nach zwei Jahren waren fünf der neun straffrei geblieben.
Offenbar hatte die Chemie im Essen ihren Charakter verformt. Da können Farbstoffe eine Rolle spielen, wie in den „Liebesäpfeln“, Konservierungsstoffe wie die Benzoesäure (E210), auch die sogenannten Phosphate. Oder die Zitronensäure (E330). Sie kann, wie ein „Trojanisches Pferd“, sagen Mediziner, Metalle ins Gehirn transportieren, Aluminium zum Beispiel, und so die Denkfähigkeit beeinträchtigen, zu Hyperaktivität und Lernstörungen (ADHS) beitragen. Sie ist in Supermarktnahrung allgegenwärtig, in Limonade, Haribo Gummibärchen, Rama Margarine - und sogar im Mittagessen in der Kita, wenn es aus der Kochfabrik kommt, etwa von Apetito.
Im »Panierten Limanda-Fischfilet« (32471) des beliebten Caterering-Konzerns und seinen »Kartoffel-Törtchen« (23806) steckt ein anderer Zusatz, der gerade sehr in Mode ist: Methylcellulose (E461). Er kann die Psyche ebenfalls »negativ beeinflussen«, wie Wissenschaftler herausgefunden haben, zu „Angst und antisozialem Verhalten« beitragen und sogar eine mögliche Erklärung sein für das »erhöhte Auftreten von Störungen“ in diesem Zusammenhang.
Bei Veganern zum Beispiel. Denn sie verspeisen ihn mit fleischlosen Produkten, von McDonald‘s zum Beispiel, auch den Veganen Mühlen Frikadellen von der Rügenwalder Mühle.
Sogar das ganz normale Salz kann offenbar zu Ängstlichkeit und Depressionen führen. Das kam kürzlich bei einer Studie heraus. Bei jenen, die am meisten Salz ins Essen rieseln ließen, stieg das Risiko um bis zu 40 Prozent. Wobei: Das meiste streuen die Menschen gar nicht selbst ins Essen – es wird ihnen verabreicht. Über Fastfood, Fertignahrung, Wurst, Tiefkühlpizza (mehr dazu hier).
Die weitreichendsten Wirkungen auf Persönlichkeit und Charakter hat der Zucker. Auch da streuen sich die Leute nur rund 15 Prozent selbst in Cappuccino oder Apfelkuchen. Das Meiste nehmen sie auch hier mit industrieller Nahrung auf, Softdrinks vor allem.
Das führt dann dazu, dass der Blutzuckerspiegel Achterbahn fährt, wie ich bei meinem Selbstversuch erfahren hatte. Erst war ich völlig matt morgens, unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen. Dann, nach Cola, Mars-Riegel, Chips kam der Zucker-Schock, irgendwie so ein Flirren, ein überdrehtes Gefühl. Anschließend ging es wieder abwärts mit der Laune.
Anderen geht es offenbar ähnlich, Shirin David zum Beispiel wird „nach viel Zucker oft launisch“.
Es gibt diverse wissenschaftliche Untersuchungen, wie Softdrinks den Charakter beeinflussen (mehr dazu hier). So steigt das Risiko für Trübsal und Niedergeschlagenheit, bis hin zu Selbstmordgedanken. Bei mehr als vier Drinks pro Woche (á 250 ml) ist das Depressionsrisiko fast doppelt so hoch wie bei Leuten, die weniger als einen pro Woche schlucken, so eine japanische Studie.
Zudem gibt es einen »Zusammenhang zwischen dem Konsum von Softdrinks und schlechtem Verhalten«, und zwar schon bei Fünfjährigen, so eine Studie mit 2929 Kindern aus 20 amerikanischen Städten.
Sogar Gewalttätigkeit soll eine mögliche Folge sein, nach einer Untersuchung aus dem US-amerikanischen Boston: Wer mehr als fünf süße Drinks pro Woche zu sich nimmt, trägt auch mit größerer Wahrscheinlichkeit eine Waffe und erlebt Gewalt in seiner Familie, im Freundeskreis, sogar beim Date.
Natürlich gibt es auch andere Gründe für die Zunahme der Gewaltkriminalität. Armut. Milieu und kulturelle Prägung. Migration. Die Rolle der Ernährung aber wurde bisher sträflich vernachlässigt. Mit wachsender Bedeutung der industriellen Versorgung, vor allem der „ultra-verarbeiteten“ Nahrung, Fastfood, Softdrinks, Babygläschen, Tiefkühlpizza, werden auch die psychischen Reaktionen immer deutlicher, bis hin zu zunehmendem „Neurotizismus“.
Mittlerweile gilt die moderne Nahrung als so etwas wie gesellschaftlicher Sprengstoff, weil sie antisoziales Verhalten und Gewaltbereitschaft fördern kann.
Schon gibt es ein eigenes Forschungsgebiet, das sich mit solchen äußeren Einflüssen auf die Straffälligkeit beschäftigt: das „Neurorecht“.
Da geht es unter anderem um die Verbindungen zwischen Industrienahrung, Kriminalität und den Konsequenzen für die Strafjustiz – und die Frage, welche Rolle der „Freie Wille“ noch spielt: Wenn Gewalttätigkeit nicht (nur) vom handelnden Täter ausgeht, sondern auch von der Cola, die er getrunken hat, oder dem Energydrink, gehören dann auch Coca-Cola und Red Bull auf die Anklagebank? Oder McDonald’s, weil McNuggets die Mordlust fördern? Können die Verteidiger auf „verminderte Zurechnungsfähigkeit“ plädieren, wenn einer im psychischen Ausnahmezustand durch eine Überdosis Glutamat einen Mord begeht?
Oder weil er auf Anraten seines Arztes seinen Cholesterinspiegel brutalstmöglich gesenkt hat. So wie das 200 Millionen Menschen weltweit jeden Tag tun, auf Anraten oft fragwürdiger Experten – mit tragischen Folgen, bis hin zu steigender Gewaltbereitschaft.
Auch die Angst vor dem Fett kann Ihren Charakter verändern.
Nach einer britischen Studie zeigten Menschen, die ihren Fettkonsum von 41 Prozent auf 25 Prozent verringerten, ein erhöhtes Aggressionspotenzial und entwickelten zum Teil Depressionen. Auch niedrige Werte beim Cholesterin gehen oft mit erhöhter Gewaltbereitschaft einher, so eine norwegische Studie an 254 Psychiatriepatienten.
Oder bei jener Familie aus Neuseeland, die Forschern wegen eines jungen Mannes mit hoher Selbstmordneigung aufgefallen war. Bei näherer Betrachtung kam heraus, dass sich die Hälfte der männlichen Angehörigen aus den letzten zwei Generationen umgebracht hatte. Einer von ihnen hatte zuvor zwei Menschen getötet. Überraschende Ursache der Aggressivität: Die Familienmitglieder hatten besonders geringe Cholesterinwerte.
»Ein niedriger Cholesterinspiegel ist nicht immer gut«, warnten Wissenschaftler von der Universität von São Paulo. Sie hatten nachgewiesen, dass Cholesterinsenkung den Charakter verändern kann, mit einer Studie, bei der sie das, was Menschen weltweit bekommen, einem Fisch ins Futter mischten: cholesterinsenkende Medikamente.
Der Nilbuntbarsch (Oreochromis niloticus), der in Afrika und auch im Nahen Osten vorkommt, reagierte unwirsch, zeigte ein »erhöhtes aggressives Verhalten«. Auch Menschen geraten so offenbar außer Kontrolle – weil Fettbalance in Schieflage.
Forscher vermuten einen »evolutionären Mechanismus«: Womöglich spielt das Cholesterin eine Rolle bei der »Kontrolle der Aggression«. Denn in Gemeinschaften ist es wichtig, die Affekte zu modulieren, mal offensiv zu sein, mal eher friedfertig.
Fett scheint bei der chemischen Affektkontrolle eine maßgebliche Rolle zu spielen.
Sogar das Salatöl, mehr noch das Frittierfett für die Pommes. Selbst dazu gibt es medizinische Untersuchungen. Denn der Trend zu Öl aus Soja und Sonnenblumen (und damit den sogenannten Omega-6-Fetten) geht offenbar mit erhöhten Mordraten einher – was Mediziner mit einem genetischen Mechanismus erklären, bei dem die Fette auf das „Kuschelhormon“ Oxytocin einwirken (mehr dazu hier).
Um dem Mangel an (friedensfördernden) Omega-3-Fetten zu begegnen, fordern Mediziner etwa von der Harvard-Universität seit Langem politische Maßnahmen, bis hin zu einer „psychiatrischen Landwirtschaft“, mit gesteigertem Omega-3-Gehalt in den Feldfrüchten, und einem friedensfördernden Frittenfett bei McDonald’s.
Jüngst hat das Thema allerhöchste politische Kreise erfasst, weil der neue US-Gesundheitsminister sich in der Ölfrage positioniert und damit eine erbitterte Kontroverse ausgelöst hatte. „Der moderne westliche Speiseplan enthält generell zu viel Omega-6 und zu wenig Omega-3“, meint auch der oberste deutsche Ernährungs-Influencer, der öffentlich-rechtliche „Ernährungs-Doc“ Matthias Riedl.
Ganz neue Perspektiven also, die eigene Persönlichkeit zu gestalten. Vom Salatdressing bis zum Softdrink, von Liebesäpfeln bis zum Leinöl: Wir können tatsächlich, meint Psychology Today, durch eine „wohlüberlegte Ernährungswahl“ die „Eigenschaften formen, die uns ausmachen.“
Ich jedenfalls habe mich damals, nach meinem Selbstversuch mit Cola, Chips und Marsriegel, den ganzen Tag gefreut auf den nächsten Tag, mit meinem gewohnten Müsli, dem Cappuccino mit der Milch von glücklichen Kühen - und dem vertrauten morgendlichen Selbstgefühl.
Einfach die Nahrungsmittel auswählen, die unserem Wunsch-Ego entsprechen. Für die Stimmung zum Beispiel seien, gemäß einer neuen Harvard-Studie, Orangen gut. Generell für ein sonniges Gemüt sorgt die Mediterrane Ernährung. Sie hilft zum Beispiel gegen Ängstlichkeit und Depressionen. Das könnte an den Ballaststoffen liegen. Oder an den Flavonoiden. Auch den Omega-3-Fetten. Womöglich dem Wein. Oder einfach daran, dass all die Chemie fehlt, die den Charakter verdirbt.
Was übrigens auch hilfreich ist für die innere Stabilität: sich bei Ernährungsfragen auszukennen.
Da hilft DR. WATSON natürlich gern.
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