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12.09.2021

DR. WATSON exklusiv

Sind die Dicken schuld an der Pandemie?

Risikofaktor Übergewicht: Die Rolle der versteckten Dickmacher im Essen

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Mit jedem Kilo wächst die Corona-Gefahr. Aber woher kommen die Kilos? Über die Schuldfrage bei COVID-19, ein Ernährungssystem, das krank macht - und die nötigen Konsequenzen in der Präventionspolitik.

Er sorgte für einiges Aufsehen mit seiner Bemerkung. Dabei war es eigentlich nur ein statistischer Hinweis – doch offenbar mit einiger Sprengkraft: „78 Prozent der Krankenhausaufenthalte aufgrund von COVID entfallen auf fettleibige und übergewichtige Menschen“.

 

Damit löste er eine Welle der Empörung aus, er diskriminiere Menschen, verfolge nur seine eigenen Interessen: der schlanke, gerade 30jährige Jonathan Neman aus Los Angeles, Mitgründer einer Restaurantkette, die sich auf Grünes und Gesundes spezialisiert hat. Klar, dass so einer nur seinen eigenen Salat verkaufen will.

 

Schwere Corona-Opfer

 

Dabei geben ihm die offiziellen Zahlen recht. Übergewicht spielt eine zentrale Rolle bei der Corona-Pandemie. Tatsächlich trifft die Pandemie hauptsächlich die Dicken. Sie sind es, die vor allem die Betten der COVID-Stationen im Krankenhaus füllen, und bei denen die Krankheit einen schlimmen Verlauf nimmt. Mit dem Gewicht steigt das Risiko, ans Beatmungsgerät zu müssen – und damit auch für vorzeitiges Ableben.

 

Höchste Zeit also, dass Konsequenzen daraus gezogen werden – auch bei der Präventionspolitik, der Vorbeugung gegen künftige Pandemien.

 

Die Übergewichtigen sind natürlich nicht schuld an COVID-19. Sie sind die Opfer, in mehrfacher Hinsicht.

 

In der aufgeregten Coronadebatte hierzulande bleibt es auffallend still bei diesem Thema. Die tonangebenden Medien schweigen dazu und verbreiten hartnäckig das Narrativ von der Naturkatastrophe, die alle gleichermaßen trifft, die über die Welt hereinbricht und gegen die nur und ausschließlich mit Impfungen anzukämpfen ist.

 

Eine effiziente Präventionspolitik müsste aber, vor allem im Hinblick auf künftige Pandemien, auch jene Faktoren in den Blick nehmen, die die Anfälligkeit für Erreger erhöhen und damit die Ausbreitung begünstigen.

 

Und dazu gehört Übergewicht und Fettleibigkeit.

 

Übergewicht, das gilt eher als Zeichen persönlicher Schwäche. Dabei ist es, als globales Massenphänomen und „Pandemie“ eigener Art, eine Folge des herrschenden Ernährungssystems mit seinen zahlreichen heimlichen Dickmachern – und es hat massive Folgen für die globale Gesundheit.

   

Die Gesundheitswächter von der staatlichen US-Seuchenbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) fordern deshalb auch, die Übergewichtsproblematik bei der Entwicklung von Behandlungsstrategien, aber auch der Vorbeugung stärker zu berücksichtigen und Maßnahmen einzuleiten, „die einen gesunden Body-Mass-Index fördern und unterstützen.“

 

 

Gewicht und Gefahr

 

Sie erfassen die Rolle des Körpergewichts bei der Ausbreitung von Corona, und die Zahlen des CDC lassen keine Zweifel: „Von 148 494 Erwachsenen, die zwischen März und Dezember 2020 in 238 US-Krankenhäusern in der Notaufnahme oder bei einem stationären Aufenthalt eine COVID-19-Diagnose erhielten, waren 28,3 Prozent übergewichtig und 50,8 Prozent fettleibig.“

 

Macht genau 79,1 Prozent. Jonathan hatte also eher noch untertrieben.

 

Die US-Gesundheitswächter präzisierten sich noch und schlüsselten die Verbindungen auf zwischen Körpergewicht und Krankheit.

 

So gehe Fettleibigkeit einher mit einem erhöhten „Risiko für viele andere schwere chronische Krankheiten“ einher, den berühmten Vorerkrankungen für SARS-CoV-2 also.

 

Sie werde überdies „mit einer gestörten Immunfunktion in Verbindung gebracht“, was die Anfälligkeit für eine Corona-Infektion weiter erhöht.

 

Starkes Übergewicht, das zeigen die CDC-Zahlen, „erhöht das Risiko einer schweren Erkrankung an COVID-19“.

 

Und: Auch bei Kindern spiele das Körpergewicht eine Rolle. Nach einer Studie bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren „war Adipositas mit einem 3,07-fach höheren Risiko für einen Krankenhausaufenthalt“ verbunden.

 

Vollschlankes Land

 

Auch die deutschen Seuchenwächter-Kollegen vom Robert Koch-Institut (RKI) teilen die Einschätzung, dass Faktoren wie Adipositas“ (ebenso wie Vorerkrankungen)“ das „Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf“ bei COVID-19 zu erhöhen „scheinen“.

 

Und Dicke gibt es viele im Lande, das Berliner RKI hat sie sogar gezählt. Das Ergebnis: „Zwei Drittel der Männer (67 Prozent) und die Hälfte der Frauen (53 Prozent) in Deutschland sind übergewichtig.“

 

Mehr noch: „Ein Viertel der Erwachsenen (23 Prozent der Männer und 24 Prozent der Frauen) ist stark übergewichtig (adipös).“

 

Dickes Deutschland: Leichte Beute für den Erreger. Besonders anfällig für das Corona-Virus.

 

Und das Risiko steigt mit jedem Kilo. Darüber hatte auch das Deutsche Ärzteblatt schon berichtet.

 

In der Fachwelt ist natürlich längst bekannt, wen das Virus besonders trifft. Und wer also besonders schützenswert wäre.

 

Allerdings haben die deutschen Seuchenwächter vom RKI leider versäumt, nach dem Vorbild der amerikanischen Kollegen die Rolle des Übergewichts bei der Krankheitsausbreitung zahlenmäßig exakt zu erfassen.

 

Dabei hatten auch deutsche Untersuchungen gezeigt, dass Übergewicht bei der Einweisung auf die Corona-Stationen eine zentraler Rolle spielt.

 

Und auch die aufrüttelnden Fernsehberichte aus den Krankenhäusern zeigen häufig die schwergewichtigen Corona-Patienten, im Bild – ohne darüber im Text allerdings nur ein Wort darüber zu verlieren.

Das Körpergewicht allerdings gilt hierzulande immer noch als Privatsache, Figurprobleme werden als Schönheitsthema eingestuft. Und Medien wie Politik neigen dazu, den Betroffenen auch noch die Schuld selbst in die Schuhe zu schieben: Falsche Ernährung! Schwacher Willen! Keine Disziplin!

 

Auch Salatfreund und Restaurantkettenbesitzer Neman wurde prompt kritisiert, und musste sich entschuldigen, er habe keineswegs Menschen diskriminieren wollen, beteuerte er, und räumte reuig ein, dass seine „Wortwahl unsensibel“ war: „Dies ist ein Moment des Lernens für mich".

 

Dabei sei seine Abwicht eine ganz andere gewesen: "Mein Ziel war es, ein Gespräch über die systemischen Gesundheitsprobleme in unserem Land anzustoßen.“

 

Die heimlichen Dickmacher

 

In Wahrheit hat es weniger mit dem Verhalten zu tun, sondern eher mit den Verhältnissen, mit einer Nahrungskette, die den Menschen hinter ihrem Rücken heimliche Dickmacher serviert, die sie gar nicht bestellt haben.

 

Und einer Politik, die nichts gegen solche Dickmacher unternimmt, sie zulässt, sogar begünstigt, ja fördert.

  

Immerhin weisen immer mehr wissenschaftliche Untersuchungen auf die Elemente in der modernen Nahrungskette hin, die das Gewicht in die Höhe treiben. 

 

So ist in diesem Sommer eine Untersuchung zweier US-Wissenschaftlerinnen erschienen, die sich mit „aufstrebenden Adipositas-Erregern“ beschäftigte (The new kids on the block: Emerging obesogens).  

 

„Die derzeitige Adipositas-Epidemie“, monierten die Forscherinnen, erfordere auch „Maßnahmen zur Ermittlung der Faktoren, die dazu beitragen.“

 

Es ging in ihrer Studie um jene dickmachenden Stoffe, die jährlich millionentonnenfach produziert werden, unter anderem vom US-Multi Dow und der deutschen Chemiefirma Covestro (früher: Bayer).

 

Sie finden sich in zahlreichen Supermarktprodukten, in Getränkedosen und Fischbüchsen, in Plastik-Milchflaschen, in Verpackungsfolien für Käse, sogar in Deckeln von Babygläschen. Wenn sie entdeckt werden, beeilen sich Hersteller stets, Ersatzstoffe einzusetzen – die allerdings oft die gleichen Wirkungen haben, unter anderem auf die Regler fürs Gewicht.

 

In den Medien werden sie zumeist „Weichmacher“ genannt. In Wahrheit sind es Plastikhormone, Kunststoffe also mit hormonellen Wirkungen. Und sie manipulieren die Befehle und Botschaften, wirken als  Hormonstörer, die zum Beispiel Fettzellen vermehren – die dann ihrerseits danach rufen, gefüllt zu werden.

 

Es handelt sich um Substanzen wie etwa das sogenannte Bisphenol A, oder Tributylzinn (TBT), oder die Phthalate, und andere mehr. 1000 solcher Stoffe soll es geben.

 

Sie verstellen zum Beispiel die Gewichtsregler im Organismus und sorgen so dafür, dass die Menschen mehr essen, als sie brauchen.

 

Solche gewichtssteigernden Effekte haben auch zahlreiche andere Elemente des herrschenden industriellen Ernährungssystems.

 

Glutamat wirkt aufs Gehirn 

 

Zu den bekannteren gehört der sogenannte Geschmacksverstärker Glutamat, eigentlich ein Neurotransmitter, der unter anderem im Gehirn agiert - genau in jenen Arealen, in denen das Gewicht reguliert wird.

  

Ganz ähnlich der Glutamat-Ersatz Hefeextrakt, der sogar damit beworben wird, dass er das Gewicht steigern kann – in der Tiermast.

  

Auch das industriell hergestellte Aroma stört das System. In der Landwirtschaft wird es ebenfalls gezielt als Masthilfsmittel eingesetzt – und kann auch beim Menschen Übergewicht fördern, wie einst sogar der zuständige Industrie-Lobbyverband eingeräumt hat.

 

Die Hälfte aller Produkte im Supermarkt soll diesen heimlichen Dickmacher enthalten. Noch häufiger kommt ein anderer Gewichtstreiber vor: der Zucker. Der soll in 80 Prozent der Nahrungsmittel aus dem Supermarkt stecken – und wird sogar seit Jahrhunderten staatlich besonders gefördert. Durch Unterstützung von Politikern und Potentaten, auch von Professoren, die lange bestritten hatten, dass er überhaupt dick macht.

 

Mittlerweile kann die Kontroverse als beendet betrachtet werden: Zu viel Zucker treibt das Gewicht in die Höhe. Ebenso die Fruktose, jener industrielle Fruchtzucker, der lange als Ersatz gepriesen und sogar Diätprodukten zugesetzt wurde.

 

Neue Verdächtige

 

Mit zunehmendem Zuckerkonsum entstehen im Körper Substanzen, die zunächst als Altersbeschleuniger entlarvt wurden, mittlerweile aber ebenfalls als Dickmacher unter Verdacht sind. Sie können aber auch von außen aufgenommen werden, vor allem in Fastfood und Industrienahrung.  

 

Erhöhte Mengen sind in Fastfood enthalten, in Softdrinks, auch Säuglingsnahrung aus dem Fläschchen und Babygläschen, ebenso der länger haltbaren Milch, der sogenannten ESL-Milch und der beliebten H-Milch.

 

Sie heißen: Advanced Glycation End Products (AGEs). Zu deutsch etwa: Fortgeschrittene Verzuckerungs-Endprodukte. Ihr massenhaftes Auftreten ist eine Folge der zunehmenden Verzuckerung und Industrialisierung der Nahrungskette.

 

Denn sie entstehen zwar auch beim Rösten, Toasten, Anbraten, zum Problem aber wurden sie erst durch die wachsende Dominanz industriell hergestellter Nahrungsmittel, die aus Haltbarkeitsgründen zumeist erhitzt werden müssen – wodurch diese Altersbeschleuniger und Dickmacher sich massiv vermehrt haben.

  

Sie finden sich gehäuft in den Produkten der großen Konzerne wie Nestlé, McDonald’s, Red Bull und Coca-Cola, Danone, Mars.

 

Dort ballen sich gewissermaßen die heimlichen Dickmacher. Wer sich vor allem von Fertignahrung aus der Fabrik ernährt, im Supermarkt die beliebten und stark beworbenen Konzernprodukte in den Wagen lädt wie etwa die Tiefkühlpizza, den sogenannten Fruchtjoghurt, die Cornflakes von Kellogg’s, der lädt sich auch die versteckten Gewichtsförderer auf – denn diese sogenannten „ultra-verarbeiteten“ Nahrungsmittel enthalten oft gleich mehrere davon. Ein idealer Weg also, um an Kilos zuzulegen. Und in vielen Ländern dominiert derartige Industrienahrung.

 

Vitamine als Mastmittel

 

Sogar vermeintlich gesunde Zusätze, die das Image solcher Fabrikprodukte heben sollen, können das Gewicht in die Höhe treiben:  die industriell hergestellten Vitamine die in solchen Produkten enthalten sind, sogar in Bonbons, oder auch pur, in Pillen und Pulvern, geschluckt werden.

 

Denn auch sie können die körpereigenen Regler verstellen – und so zu stärkeren Ausschlägen auf der Waage führen, wie Wissenschaftler nachgewiesen haben.

  

Eine wirksame Politik zur Pandemieprävention müsste natürlich auch diese Risikofaktoren berücksichtigen.

 

Mediziner und Ernährungsspezialisten fordern deshalb, das herrschende Ernährungssystem zu transformieren. Dadurch könnten jene Nahrungsmittel zurückgedrängt werden, die heimliche Dickmacher enthalten.

 

In den angesehensten Wissenschaftsjournalen der Welt erörtern Mediziner mögliche Maßnahmen, etwa für eine „Lebensmittelpolitik in Zeiten von COVID-19 und darüber hinaus“.

 

In vielen Staaten dieser Welt sind schon Maßnahmen ergriffen worden, wie Werbeverbote, Verkaufsbeschränkungen, Steuern auf Ungesundes wie etwa Zucker.

 

Auch der US-amerikanische Gesundgastronom Neman zielte mit seiner viel kritisierten Einlassung genau darauf:

 

Für eine gesunde Zukunft

 

Er stellte die Frage in den Raum: "Was wäre, wenn wir die Lebensmittel, die uns krank machen, illegal machen würden?“

 

Und er schlug vor, sich auf die „Ursachen zu konzentrieren und diese Pandemie als Katalysator für die Schaffung einer gesünderen Zukunft“ zu nutzen.“

 

Hierzulande sieht es bis jetzt nicht danach aus, als ob Politik und Medien sich mit dieser Option gern befassen möchten.

 

Sie bevorzugen die pharmazeutische Lösung. Obwohl selbst ihr Guru, der Starvirologe Christian Drosten, diese nicht als Perspektive für die Ewigkeit betrachtet: „Eigentlich“, meinte dieser in seinem beliebten Podcast, sei es „nicht das Ziel für alle Zeiten, immer impfen zu müssen.“

 

Da nahrungspolitische Maßnahmen hierzulande also auf sich warten lassen, bleibt einstweilen nur das Prinzip Selbsthilfe, um die heimlichen Dickmacher zu eliminieren und so die Anfälligkeit für Krankheiten, Infektionen, Pandemien aller Art zu reduzieren.

 

Hast Du abgenommen?

 

Dafür hat sich ein Altersgenosse von Jonathan aus Kalifornien entschieden:  Alexander Weidmann aus der Nähe von Hannover.

 

Er wird neuerdings öfter gefragt: „Sag mal, hast Du abgenommen?“.

 

Und tatsächlich: Er wiegt 15 Kilo weniger, seit er vor erst eineinhalb Jahren seine „Lebenswende“ vollzogen hat – nach eigener Aussage „ausgelöst durch DR. WATSON und die Bücher von Hans-Ulrich Grimm.“

 

Für ihn ist es übrigens keine Diät, keine bloße Ernährungsumstellung, sondern eine ganz neue „Lebensart“. Die ganze Familie habe davon profitiert: „Wir fühlen uns viel vitaler, fitter, ausgeglichener, haben mehr Energie.“

 

Dank der neuen Informationen weiß er jetzt genau, um was er im Supermarkt besser einen Bogen macht. Er hat abgenommen, weil er alles meidet, was seine Gewichtsregulierung manipulieren könnte.

 

Sie betrachten das Nahrungsangebot mit ganz neuen Augen, und haben genaue Kriterien für das, was sie kaufen möchten, und was lieber nicht.

 

Die ungewöhnliche Anleitung zum Abnehmen hat er bei DR. WATSON gefunden: Das innovative NOVA-Bewertungssystem für Lebensmittel.

 

Dauer seiner persönlichen Verschlankung: eineinhalb Jahre.

 

Bei der nächsten Pandemie ist er also schon mal besser gewappnet. Und bei den kleinen Erregerattacken zwischendurch sowieso.

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