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Jod

Jodunterversorgung führt zum Kropf, einer tastbaren, sichtbaren oder messbaren Vergrößerung der Schilddrüse. Früher kam das tatsächlich öfter vor, doch selbst in der Schweiz, einst ein klassisches Jodmangelgebiet, sind die Fälle stark gesunken. Deutschland liegt nach Angaben der Bundesregierung im „optimalen Bereich“, gemessen an den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wenn auch an der unteren Grenze. 30 Prozent der Bevölkerung lägen „unterhalb des mittleren geschätzten Bedarfs“.  

Jod ist ein chemisches Element und kommt in der Natur auch in Gestein und Boden vor. Für den Menschen ist es ein essentielles Spurenelement, er muss es über die Nahrung aufnehmen. Im Körper ist es unentbehrlich für die Produktion der Schilddrüsenhormone.
Um dem Mangel vorzubeugen, wird in Deutschland Salz mit Jod angereichert, in der Schweiz seit 1919.  Seither kann man im Supermarkt zwischen unjodiertem dem etwas teureren jodierten Speisesalz wählen.

Die offiziellen Empfehlungen zur Babyernährung („Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen“) schreiben in Deutschland Extra-Jod vor für stillende Frauen und selbstgekochten Babybrei, 50 Mikrogramm pro Tag. Eine Begründung dafür gibt es nicht, industrielle Babygläschen enthalten auch kein Extra-Jod, und die entsprechenden Richtlinien für Babynahrung in der Schweiz und der europäischen Fachmediziner enthalten solche Vorgaben nicht.

Ein Zuviel an Jod kann zur Schilddrüsenüberfunktion führen. Eine Gefahr durch die normale Nahrung sehen die Experten des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) nicht; erst ein sogenannter „Jodexzess“ mit mehr als 1000 Mikrogramm am Tag könne dazu führen.

Jodgegner und vor allem Jodallergiker klagen über Schilddrüsenüber- und Schilddrüsenunterfunktionen durch zu viel Jod, Jodvergiftungen und -allergien durch Jod aus der Nahrung. Sie kritisieren die weite Verbreitung des Stoffes in der Nahrung, durch Jodsalz und Jod im Tierfutter sei es inzwischen in alle Lebensmittelgruppen vorgedrungen.



Als Vorbeugung gegen Jodmangel wird der wöchentlich ein- bis mehrmalige Verzehr von Seefisch sowie Jodsalz empfohlen. Auch andere Lebensmittel enthalten Jod, wie etwa Süßwasserfisch, Fleisch, Getreideprodukte, Milchprodukte, Gemüse oder Obst. Allerdings wesentlich weniger als die Meeresbewohner.
Da bei Reaktorunfällen viel radioaktives Jod freigesetzt wird, wird als Schutzmaßnahme gegen Einlagerung im Körper die Einnahme von Jodtabletten propagiert.

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Das DR. WATSON Lexikon gibt keine medizinischen Ratschläge oder Empfehlungen. Das DR. WATSON Lexikon informiert über Nahrungsmittel – unabhängig, wissenschaftlich fundiert, verständlich. Und immer mit einer klaren Perspektive: Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Konsumenten.

Das DR. WATSON Lexikon betrachtet auch die Rolle der Ernährungssysteme, auf der einen Seite die großen Konzerne mit der globalen industriellen Einheitskost, auf der anderen Seite die kleinen Bauern, Gärtner, Köche, die traditionelle Ernährung, etwa die mediterrane Kost, die als Königsweg gilt zu einem gesunden und langen Leben.

Es informiert über die Auswirkungen der Nahrungsmittel auf den menschlichen Organismus, insbesondere über die Folgen deren industrielle Produktion, auch auf, die Umwelt, den Planeten.

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Immer mehr Fachleute in aller Welt sehen dies als wesentliches Kriterium bei der Frage nach dem gesundheitlichen Wert der Lebensmittel.

Denn es ist ein großer Unterschied, ob ein Erdbeerjoghurt selbst gemacht wird, mit frischen Früchten, oder ob er aus dem Plastikbecher kommt. Und die Tiefkühlpizza ist ein völlig anderes Nahrungsmittel als das traditionelle Vorbild. Auch bei den Vitaminen ist es wichtig, ob sie aus einem Apfel kommen, oder aus der Corn-Flakes-Packung, oder gar als Pille aus der Apotheke, dem Drogeriemarkt oder dem Internet.

Es geht im 21. Jahrhundert nicht mehr bloß um Kalorien, um Nährstoffe und Schadstoffe, Viren und Bakterien, um Zucker, Fett, Vitamine.

Es geht auch um die Chemie im Essen, um Kollateralschäden der industriellen Produktion, sogar um die Verbindungen von Medien und einflussreichen Fachleuten zu Industriekonzernen – und um allfällige Schieflagen im Expertenurteil, die bei Konsumenten zu Fehlentscheidungen bei der Nahrungsauswahl und damit zu Gesundheitsproblemen führen können.

Das DR. WATSON Lexikon zeigt die Folgen der industriellen Herstellung von Nahrung –auch für die Gesellschaft, die einen immer größeren Aufwand treiben muss, um die zunehmende Krankheitslast zu bewältigen.

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Die industrielle Nahrungsproduktion stellt eine epochale Veränderung dar, nach Ansicht mancher Experten vergleichbar mit den Umwälzungen in jener Zeit, als die Menschen sesshaft wurden.

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Mehr Wissen über diese Veränderungen – und was sie für mich bedeuten: Das DR. WATSON Lexikon liefert die nötigen Informationen – und damit wertvolle Anregungen für den Weg aus der industriellen Ernährungsfalle.