Zurück

Phosphate

Sie gelten als so etwas wie die Todsünde beim Anti-Aging, stecken in der Cola und in Wurst und sogar in den Pommes von McDonald’s: Phosphate. Der zunehmende Phosphatverzehr erfüllt Mediziner und Lebensmittelaufsicht mit wachsender Sorge. Phosphate gelten als Altersbeschleuniger und können das Risiko für viele Krankheiten erhöhen, die Knochen schwächen und das Herz.  Dabei sind sie auch in vielen natürlichen Lebensmitteln enthalten und erfüllen im Körper wichtige Funktionen. Zum Problem werden sie durch gesteigerten Konsum, vor allem als Zusatzstoffe in Industrienahrung.

 

Phosphate, so warnte schon das Deutsche Ärzteblatt, führten dazu, dass „Alterungsvorgänge beschleunigt“ werden, die Nieren zunehmend versagen, das Herz verkalkt, die Haut dünn und faltig wird, und das Leben vorzeitig endet.

 

Das Phosphat kann zudem die Herzmuskelzellen zu krankhaften Wachstum anregen. Dabei entsteht eine sogenannte „Linksherzhypertrophie“, bei der die linke Herzkammer teilweise lahmgelegt wird.

 

Der japanische Forscher Makoto Kuro-o bezeichnet daher Phosphat als das „Signalmolekül des Alterns“. Eine Studie, die japanische Forscher zusammen mit Kollegen von der amerikanischen Harvard-Universität erarbeitet hatten, konnte ebenfalls beschleunigtes Altern durch Phosphate nachweisen. Eine koreanische Studie von Professor Myung-Haing Cho aus dem toxikologischen Labor der Universität in Seoul fand sogar einen Zusammenhang zwischen Phosphaten und Lungenkrebs.

 

Die schädlichen Chemikalien sind weit verbreitet, auch in den beliebtesten Nahrungsmitteln der Moderne. Am wichtigsten sicher: Die Phosphorsäure (E380) in der Cola. Phosphate stecken aber auch im Pulver für den Fertigcappuccino aus dem Supermarkt, häufig in Fertignahrung, sogar der beliebten Pizza aus der Tiefkühltruhe.  Schon zum Frühstück gibt’s Phosphat, in vielen Cerealien, in Wurst und Schinken. Ebenso in Snacks wie etwa Crackers, sogar den selbstgebackenen Schoko Muffins aus der Backmischung. Selbst wer seiner Gesundheit Gutes tun will, nähert sich damit womöglich nur der Herz-OP. So ist Phosphat sogar in Supplementen zum Herzschutz enthalten.

 

Besonders gefährdet sind auch Kinder, wie die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde Efsa ermittelt, hat, und zwar schon ab dem Säuglingsalter. Denn bei vielen von ihnen beginnt die Phosphatkontamination oft gleich nach der Geburt – selbst Muttermilchersatz aus dem Fläschchen enthält den herzschädigenden Stoff (Säuglingsnahrung).

 

Die EU-Lebensmittelwächter regten an, die geltenden Vorschriften über Phosphateinsatz zu überarbeiten. Auch viele Jugendlichen lägen über dem Limit, dank Cola und Fastfood, und Menschen, die Phosphat als Nahrungsergänzungsmittel zu sich nähmen.

 

In Medizinerkreisen sorgen die Phosphate für Bedenken spätestens seit einem Artikel im Deutschen Ärzteblatt, der auf die Risiken durch gesteigerten Verzehr von Industrieprodukten aufmerksam machte.

 

Das Medizinerjournal warnte vor dem „Gesundheitsrisiko durch Phosphatzusätze in Nahrungsmitteln“, denn in der „verbreiteten Verwendung von Phosphat als Nahrungsmittelzusatzstoff“ läge ein „vermeidbares Gesundheitsproblem von bislang unterschätztem Ausmaß“.

 

Bisher waren sie als völlig unbedenklich eingestuft. Jetzt gelten sie als potente Schadstoffe, die sogar bei ganz prominenten Krankheiten mitwirken können: Sie gelten schon als das „neue Cholesterin“ – weil sie dazu führen können, dass die Blutadern verstopfen und das Herz geschädigt wird, zudem sollen sie die Knochen schwächen.

 

Auch für Nierenkranke sind die Phosphat-Zusätze gefährlich. Bei ihnen kann sich der Körper von Giftstoffen nicht mehr aus eigener Kraft befreien, sie können sich schnell aufstauen und vielfältigen Schaden anrichten. Für die zehn Prozent Nierenkranken in der Bevölkerung, so die Efsa, müssten daher noch strengere Aufnahmegrenzwerte gelten.

 

Doch es kann auch die Gesunden treffen. Selbst für die „Allgemeinbevölkerung“ bergen die Zusätze nach Ansicht des Ärzteblattes bislang unerkannte Risiken.

 

Eine US-Regierungsstudie unter der Leitung des Nierenspezialisten Professor Robert N. Foley von der Universität Minnesota in Minneapolis ergab, dass auch bei jungen, gesunden Erwachsenen der Phosphatspiegel die Verkalkung der Blutbahnen befördert (Atherosklerose).

 

Aber Phosphat kann nicht nur die Blutadern verkalken lassen.

 

Es kann auch den Kalk aus den Knochen lösen und so zu Knochenschwäche beitragen. Cola gilt daher aufgrund der enthaltenen Phosphorsäure schon seit langem als „Knochenkiller“, der sogar bei jungen Menschen schon zu Osteoporose führen kann, der Knochenschwäche, die bisher vor allem die Oma plagte.

 

Eine Untersuchung des Institutes for Medicine (IOM) in Washington konstatierte: „Die Bedenken über die hohe Phosphoraufnahme haben in den letzten Jahren zugenommen, aufgrund der vermutlich in der gesamten Bevölkerung gestiegenen Phosphoraufnahme durch Cola und Phosphatzusätze in Lebensmitteln.“ Die Studie wurde finanziert von der US-Gesundheitsbehörde FDA, dem Landwirtschaftsministerium und dem National Institute of Health.

 

Die Firma Coca-Cola indessen fühlt sich nicht verantwortlich für Folgeschäden wie den Knochenschwund bei den Kleinen. »Bei Phosphorsäure (E338) handelt es sich um einen europaweit zugelassenen Zusatzstoff. Die gesetzliche Unbedenklichkeit als Zusatzstoff ist somit amtlich verbürgt«, verlautbarte die Firma auf Anfrage.

 

Die Phosphorzusätze werden unter zehn verschiedenen E-Nummern eingesetzt:

E338 bis E341,

E450a, E450b undE450c,

E 540, E 543 und E 544.

 

Zwar gibt es auch im echten Essen Phosphate, in Brot, Käse, Fleisch, Fisch, auch Gemüse.  Aber, so das Deutsche Ärzteblatt: »Der Phosphatgehalt industriell verarbeiteter Nahrungsmittel ist wesentlich höher als in natürlichen Lebensmitteln«, und so hat sich die tägliche Aufnahme seit den 1990er-Jahren »mehr als verdoppelt«. Und diese zugesetzte Dosis nimmt der Körper auch »effektiver« auf, die Folge sei eine »deutlich messbare Erhöhung« des Phosphatspiegels im Körper.

Sie möchten die Arbeit von Dr. Watson unterstützen?

Jetzt spenden

Zusatzstoffe Datenbank

Mehr erfahren

Hintergründe

Mehr erfahren

Aktuelles

Mehr erfahren

! Hinweis

Das DR. WATSON Lexikon gibt keine medizinischen Ratschläge oder Empfehlungen. Das DR. WATSON Lexikon informiert über Nahrungsmittel – unabhängig, wissenschaftlich fundiert, verständlich. Und immer mit einer klaren Perspektive: Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Konsumenten.

Das DR. WATSON Lexikon betrachtet auch die Rolle der Ernährungssysteme, auf der einen Seite die großen Konzerne mit der globalen industriellen Einheitskost, auf der anderen Seite die kleinen Bauern, Gärtner, Köche, die traditionelle Ernährung, etwa die mediterrane Kost, die als Königsweg gilt zu einem gesunden und langen Leben.

Es informiert über die Auswirkungen der Nahrungsmittel auf den menschlichen Organismus, insbesondere über die Folgen deren industrielle Produktion, auch auf, die Umwelt, den Planeten.

Das ist das neue Paradigma bei der Bewertung: Der Grad der Entfernung von der Natur.

Immer mehr Fachleute in aller Welt sehen dies als wesentliches Kriterium bei der Frage nach dem gesundheitlichen Wert der Lebensmittel.

Denn es ist ein großer Unterschied, ob ein Erdbeerjoghurt selbst gemacht wird, mit frischen Früchten, oder ob er aus dem Plastikbecher kommt. Und die Tiefkühlpizza ist ein völlig anderes Nahrungsmittel als das traditionelle Vorbild. Auch bei den Vitaminen ist es wichtig, ob sie aus einem Apfel kommen, oder aus der Corn-Flakes-Packung, oder gar als Pille aus der Apotheke, dem Drogeriemarkt oder dem Internet.

Es geht im 21. Jahrhundert nicht mehr bloß um Kalorien, um Nährstoffe und Schadstoffe, Viren und Bakterien, um Zucker, Fett, Vitamine.

Es geht auch um die Chemie im Essen, um Kollateralschäden der industriellen Produktion, sogar um die Verbindungen von Medien und einflussreichen Fachleuten zu Industriekonzernen – und um allfällige Schieflagen im Expertenurteil, die bei Konsumenten zu Fehlentscheidungen bei der Nahrungsauswahl und damit zu Gesundheitsproblemen führen können.

Das DR. WATSON Lexikon zeigt die Folgen der industriellen Herstellung von Nahrung –auch für die Gesellschaft, die einen immer größeren Aufwand treiben muss, um die zunehmende Krankheitslast zu bewältigen.

Die Industrialisierung der Nahrung hat auch Auswirkungen auf die Psyche, das Wohlbefinden, die individuelle Leistungsfähigkeit und das Verhalten.

Die industrielle Nahrungsproduktion stellt eine epochale Veränderung dar, nach Ansicht mancher Experten vergleichbar mit den Umwälzungen in jener Zeit, als die Menschen sesshaft wurden.

Es geht um uns alle, ganz persönlich, auch um unsere Kinder, deren Zukunft, die ganze Gesellschaft, sogar um die Tiere, die unter der Entfremdung von den natürlichen Grundlagen ebenfalls leiden.

Mehr Wissen über diese Veränderungen – und was sie für mich bedeuten: Das DR. WATSON Lexikon liefert die nötigen Informationen – und damit wertvolle Anregungen für den Weg aus der industriellen Ernährungsfalle.