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Vollkornbrot

Alle sollen Vollkornbrot essen, sogar schon kleine Kinder. Das liegt an einer merkwürdigen Liebe der Ernährungsberaterinnen zum Vollkornbrot - und ist später Ausdruck eines deutschen Sonderweges, der in dunkelbraunsten Zeiten begann. In anderen Ländern wird diese Vorliebe nicht geteilt, sondern eher kritisch gesehen. Es gibt schließlich weitaus bessere und kulinarisch niveauvollere Alternativen.

 

Die Neigung zum Vollkornbrot ist eine Schwundform der Philosophie der Vollwerternährung, die von der höchst gerechtfertigten Prämisse ausgeht, dass der Nährwertgehalt der Nahrung möglichst vollumfänglich erhalten und genutzt werden sollte, der bei industrieller und insbesondere ultra-verarbeiter Nahrung gefährdet und gemindert ist.

 

Je mehr indessen Ernährungsexperten und Ernährungsberaterinnen sich just den Herstellern dieser Problemnahrung zugewandt haben und für sie arbeiten (Interessenkonflikte), desto mehr litt ihr Engagement für die Vollwertmaxime, und übrig blieb als deren Schwundform das Vollkornbrot.

 

Ein Restbestand von fragwürdiger Provenienz: denn der deutsche Drang zum Vollkornbrot stammt aus der Nazi-Zeit. Damals wurde sogar eigens ein »Reichsvollkornbrotausschuss« installiert, im Jahre 1939. Der Reichsgesundheitsführer Leonardo Conti erklärte: »Der Kampf um das Vollkornbrot ist ein Kampf für die Volksgesundheit.«

 

Hitler ging, das Vollkornbrot blieb. Sogar im 21. Jahrhundert.

 

Immer noch pochen die Ernährungsberaterinnen darauf, dass schon kleine Babys Vollkorn essen sollen, auch wenn viele Mütter und Väter von vor Schmerzen schreienden Kindern berichten.

 

Die Kinder lehnen das Vollkorn ab, weil es nicht gut für sie ist.

 

Anderswo stößt das braune Backwerk eher auf Skepsis, ja Widerstand. Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) aus der neutralen Schweiz warnte sogar vor Spätschäden: Vollkorn enthält einen Stoff namens Phytat, und Phytat kann die Aufnahme von Mineralstoffen wie dem „Knochenmineral“ Kalzium, aber auch Eisen oder Zink im Körper blockieren: „Manche Experten sehen deshalb einen erhöhten Phytatkonsum, der vor allem bei einer vollkornreichen Ernährung vorliegt, zumindest als eine der Ursachen für den bei vielen Frauen, aber auch bei Kindern beobachteten Eisenmangel.«

 

Und so rät das britische Gesundheitsministerium eher zur Mäßigung: »Verwenden Sie nicht nur Vollkornprodukte, bevor Ihr Kind fünf Jahre alt ist.« Begründung: Lebensmittel mit hohem Ballaststoffgehalt wie Vollkornbrot und Pasta, brauner Reis und auf Kleie basierende Frühstückszerealien »können kleine Bäuchlein so ausfüllen, dass wenig Platz bleibt für andere Nahrungsmittel. Das bedeutet, dass Ihr Kind satt wird, bevor es die nötigen Kalorien aufgenommen hat, die es braucht.«

 

Die Beschränkung aufs Vollkornbrot ist eine fragwürdige Eingrenzung aus provinzieller Perspektive. Denn tatsächlich kommen viele wohlgenährte Kulturen ganz ohne Vollkornbrot aus – auf hohem kulinarischen Niveau.

 

Die traditionelle Ernährung in vielen Ländern kommt völlig ohne das harte Braunbrot aus.

 

Gerade die kulinarischen Traditionen, die mittlerweile als Königsweg zur gesunden Ernährung gelten, bauen deshalb auf eine Vielzahl von Lebensmitteln, die den Körper angemessen versorgen und auch natürlich weitaus besser schmecken.

 

Für Völker mit einer hoch entwickelten Küchenkultur ist Vollwert ohnehin Alltag, und niemand braucht da ein Vollkornbrot.

 

Die mediterrane Ernährung zum Beispiel kennt kein Vollkornbrot. Ebenso die chinesische, die indische, die brasilianische. Sie enthalten eine Fülle wohlschmeckender, vollwertiger, echter Lebensmittel, Tomaten, Karotten, Shii-Take-Pilze, Ananas, Papaya, Sternfrucht – da vermisst niemand den harten braunen Kanten Brotes.

 

Die Menschen reagieren im übrigens auch physiologisch ganz individuell auf die unterschiedlichen Varianten: Bei manchen Leuten steigt zum Beispiel der Blutzuckerspiegel schneller, wenn sie Weißbrot gegessen haben, bei anderen aber bei Vollkornbrot. Das haben Ernährungswissenschaftler des israelischen Weizmann-Instituts bei Tel Aviv herausgefunden: »Verschiedene Menschen reagieren unterschiedlich auf ein und dasselbe Lebensmittel«, schrieben sie im Fachmagazin Cell Metabolism.

 

Der US-Weizenkritiker William Davis meint gar, die Forderung „Esst mehr gesundes Vollkorn“ gehöre „auf den Friedhof der ausrangierten Gesundheitslehren“.

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Das DR. WATSON Lexikon gibt keine medizinischen Ratschläge oder Empfehlungen. Das DR. WATSON Lexikon informiert über Nahrungsmittel – unabhängig, wissenschaftlich fundiert, verständlich. Und immer mit einer klaren Perspektive: Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Konsumenten.

 

Das DR. WATSON Lexikon betrachtet auch die Rolle des modernen Ernährungssystems, der sogenannten westlichen Ernährung, mit der globalen industriellen Einheitskost der großen Konzerne, vor allem der gesundheitlich problematischen ultra-verarbeiteten Nahrung. 

 

Es informiert über die Auswirkungen der Nahrungsmittel auf den menschlichen Organismus, insbesondere über die Folgen deren industrielle Produktion, auch auf, die Umwelt, den Planeten.

 

Das ist das neue Paradigma bei der Bewertung: Der Grad der Entfernung von der Natur.

 

Immer mehr Fachleute in aller Welt sehen dies als wesentliches Kriterium bei der Frage nach dem gesundheitlichen Wert der Lebensmittel.

 

Denn es ist ein großer Unterschied, ob ein Erdbeerjoghurt selbst gemacht wird, mit frischen Früchten, oder ob er aus dem Plastikbecher kommt. Oder die Pizza: Da ist die Tiefkühlvariante ein völlig anderes Nahrungsmittel als das traditionelle Vorbild. Auch bei den Vitaminen ist es wichtig, ob sie aus einem Apfel kommen, oder aus der Corn-Flakes-Packung, oder gar als Pille aus der Apotheke, dem Drogeriemarkt oder dem Internet.

 

Es geht im 21. Jahrhundert nicht mehr bloß um Kalorien, um Nährstoffe und Schadstoffe, Viren und Bakterien, um Zucker, Fett, Vitamine.

 

Es geht auch um die Chemie im Essen, um Kollateralschäden der industriellen Produktion, sogar um die Verbindungen von Medien und einflussreichen Fachleuten zu Industriekonzernen – und um allfällige Schieflagen im Expertenurteil, die bei Konsumenten zu Fehlentscheidungen bei der Nahrungsauswahl und damit zu Gesundheitsproblemen führen können.

 

Das DR. WATSON Lexikon zeigt die Folgen der industriellen Herstellung von Nahrung – auch für die Gesellschaft, die einen immer größeren Aufwand treiben muss, um die zunehmende Krankheitslast zu bewältigen.

 

Die Industrialisierung der Nahrung hat auch Auswirkungen auf das Gehirn, die Psyche, das Wohlbefinden, die intellektuelle Leistungsfähigkeit und das Verhalten.

 

Die industrielle Nahrungsproduktion stellt eine epochale Veränderung dar, nach Ansicht mancher Experten vergleichbar mit den Umwälzungen in jener Zeit, als die Menschen sesshaft wurden.

 

Es geht um uns alle, ganz persönlich, auch um unsere Kinder, deren Zukunft, die ganze Gesellschaft, sogar um die Tiere, die unter der Entfremdung von den natürlichen Grundlagen ebenfalls leiden.

 

Mehr Wissen über diese Veränderungen – und was sie für mich bedeuten: Das DR. WATSON Lexikon liefert die nötigen Informationen – und damit wertvolle Anregungen für den Weg aus der industriellen Ernährungsfalle.

 

DR. WATSON informiert auch über die Auswirkungen von chemischen Zusatzstoffen auf den Organismus, auf die Gesundheit, detalliert und ausführlich in einer eigenen Datenbank.

 

Offiziell gelten sie als unbedenklich. Doch es kommt natürlich auf die verzehrten Mengen an. Die steigen seit Jahrzehnten steil an - und damit auch die Risiken.

 

So stehen etwa Geschmacksverstärker wie Glutamat in Verdacht, zu Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson beizutragen. Farbstoffe können zu Hyperaktivität und Lernstörungen führen (ADHS). Auch Migräne kann von Lebensmittelzusätzen ausgelöst werden. Süßstoffe wie Aspartam stehen sogar unter Krebsverdacht. Konservierungsstoffe können den Darm schädigen und das Immunsystem stören. Zitronensäure kann die Zähne angreifen, außerdem schädliche Metalle wie Aluminium ins Gehirn transportieren. Industrielles Aroma kann dick machen. Phosphate können den Alterungsprozess beschleunigen und Krankheiten früher auftreten lassen wie Herzleiden, Bluthochdruck, die Knochenschwäche Osteoporose.

 

Überraschenderweise können sich die Effekte der einzelnen Chemikalien durch die gemeinsame Verabreichung vervielfachen. Das zeigte unter anderem eine Studie der Universität Liverpool mit den zwei Farbstoffen E104 (Chinolingelb) und E133 (Brillantblau), dem Geschmacksverstärker Glutamat (E621), und der Süßstoff Aspartam (E951).

 

Das Ergebnis: Die schädliche Wirkung der Zusatzstoffe auf das Gehirn (Neurotoxizität) addierte sich nicht, wie zu erwarten wäre, sondern vervielfachte sich. Eine Mischung aus dem blauen Farbstoff E133 und Glutamat (E621) etwa bremste das Zellwachstum nicht, wie zu erwarten gewesen wäre, um 15,8 Prozent, sondern um 46,1 Prozent. Eins und eins ist bei Zusatzstoffen also nicht gleich zwei, sondern mitunter auch sechs.

 

DR. WATSON informiert natürlich auch über die Alternativen. Über Bio-Lebensmittel, die Vorzüge klassischer Ernährungssysteme mit kleinen Bauern, Gärtnern, Köchen, die traditionelle Ernährung, etwa die mediterrane Kost, die als Königsweg gilt zu einem gesunden und langen Leben.

 

Und DR. WATSON berichtet über Neues und Spannendes aus der Welt der Lebensmittel und der Ernährung, in den DR. WATSON NEWS.