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Optifast

Optifast ist ein Tochterunternehmen des Food-Multis Nestlé, das Programme zur Gewichtsreduktion verkauft. Zum Erfolgsrezept des Unternehmens gehört, dass es sich an vielen Universitäten niedergelassen und namhafte Professoren als Niederlassungsleiter gewonnen hat, die dann wiederum Studien erstellen, mit denen ihr Arbeitgeber Nestlé dann werben kann.

 

Abnehmen nach der Optifast-Methode kostet 3500 Euro im Jahr. Es beginnt zunächst mit einer speziellen Form von Kunstnahrung aus Beuteln (die sogenannte Beutelphase), danach geht es weiter mit Beratung, Rezepten, etwa für Schmorkartoffeln mit Kräuter-Creme oder Leipziger Allerlei, und motivierenden Gruppenabenden.

 

Die Nestlé-Diät erscheint als Behandlungsverfahren von ehrenwerten Universitäten. Die Professoren, vom Steuerzahler alimentiert mit dem ganz normalen Professorengehalt, sind natürlich Gold wert für Optifast und die Mutterfirma Nestlé

 

Sie sind es, die von den Medien interviewt werden. Und es wirkt sehr überzeugend, wenn sie verkünden, Optifast sei ein wissenschaftlich abgesichertes Abspeckverfahren, das »nachhaltigen Erfolg« verspreche. Das jedenfalls attestierte eine Studie mit 8296 Teilnehmern, die im International Journal of Obesity erschien.

 

Die Studie hatte nur einen kleinen Schönheitsfehler. Der findet sich ganz am Schluss des Aufsatzes unter dem Stichwort »Interessenkonflikt«. Da stand: »Alle Autoren sind engagiert in Optifast-Zentren.«

 

Einer der Optifast-Pioniere war der legendäre »Fettaugen-Exorzist« (Der Spiegel) Professor Volker Pudel. Er hatte als Leiter der Ernährungspsychologischen Forschungsstelle an der Universität Göttingen dort auch die Optifast-Filiale begründet.

 

Nach Professor Pudels frühem Ableben hat sich sein Nachfolger Thomas Ellrott der Optifast-Sache angenommen und die Nestlé-Filiale übernommen.  Er zählte auch zu den Studienautoren, die im International Journal of Obesity ihrem eigenen Geschäftsmodell »nachhaltigen Erfolg« attestierten. Zudem ist Ellrott Mitglied im „Nestlé NGO- und Experten-Beirat“.

 

Auch die Universität Hohenheim bei Stuttgart beherbergt eine Optifast-Filiale, geleitet und auf der Firmenwebseite repräsentiert vom Optifast-Studienautor Professor Stephan C. Bischoff, dem Lehrstuhlinhaber für Ernährungsmedizin und Prävention. Zugleich ist er auch hoher Funktionär der einflussreichen Industrie-Lobbyvereinigung International Life Sciences Institute (Ilsi). 

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