Zurück

Lycopin

Lycopin ist ein natürlicher Lebensmittelfarbstoff, der etwa in Tomaten steckt. Er soll zahlreiche erfreuliche Gesundheitseffekte haben und wird deshalb auch isoliert vermarktet. So schützt er etwa vor Hautalterung, wirkt wie Sonnenschutz von innen. Die Hautzellen und deren Erbsubstanz werden vor schädlichen UV-Strahlen geschützt und dadurch jung und schön erhalten. Auch vor Krebs soll Lycopin schützen, besonders vor Tumoren in der Prostata, es soll das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen mindern sowie die Gesundheit der Augen fördern. In Tablettenform wird es auch als Mittel gegen Rheuma und Arthrose angepriesen. Die Erlaubnis zur gesundheitsbezogenen Werbung hat die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde Efsa bislang allerdings nicht erteilt.

 

Eine zehnwöchige Studie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf konnte zeigen, dass bereits 2,5 Esslöffel Tomatenmark täglich im Essen in Kombination mit einem Esslöffel Öl das Risiko für Sonnenbrand um 40 Prozent senken. Eine gute Portion Spaghetti Bolognese könnte also einen Teil des Sonnenschutzes im Italienurlaub übernehmen.


 


Die Tomatenpflanze, botanischer Name Solanum lycopersicum, ist die berühmteste Lycopinträgerin. Ähnlich lycopinreich sind nur Guave, rote Grapefruit, Hagebutte und die Wassermelone. Besonders viel Lycopin steckt in Dosentomaten, weil sie in der Regel in besonders reifem Zustand geerntet werden, nur noch übertroffen vom konzentrierten Tomatenmark. Der Farbstoff wirkt antioxidativ (Antioxidantien) zählt zu den besonders gesunden sekundären Pflanzenstoffen  ( href="https://www.food-detektiv.de/lexikon/?lex_search=Sekundäre%20Pflanzenstoffe">sekundäre Pflanzenstoffe).



 

Aus Tomaten extrahiertes Lycopin ist bereits seit 1998 als Farb- und Zusatzstoff E160d für industrielle Lebensmittel zugelassen, davon entsprechen 20 Milligramm dem Farbstoff in etwa einem Kilo Tomaten. Es wird vor allem in fruchtigen Getränken, für Feingebäck, Desserts und Milchprodukte verwendet. Dabei können auch Tomaten aus gentechnisch veränderten Pflanzen als Rohstoff dienen.

 

Seit 2006 erlaubt die Kommission der Europäischen Union auch eine biotechnisch produzierte Variante, hergestellt von einem Schimmelpilz namens Blakeslea trispora. Dieses Lycopin ist zugelassen für verschiedene Frucht- und Gemüsegetränke, Sportlerdrinks, Brot, Dressings, Öle, Fette.

 

Der Farbstoff kann auch chemisch-synthetisch hergestellt werden, ob er dann ebenso gesundheitsfördernd wirkt wie der Schutzstoff aus der Tomate ist allerdings bislang nicht untersucht. Als Zusatzstoff darf er nicht in der chemischen Variante eingesetzt werden.



 

Nebenwirkungen durch Lycopin sind bislang nicht bekannt. Trotzdem darf die Industrie den Zusatzstoff nur in bestimmten Mengen verwenden, es ist eine täglich duldbare Aufnahmemenge festgelegt. Auswertungen durch die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde Efsa ergaben, dass die europäischen Verbraucher deutlich mehr verzehren. Rechnet man den Verzehr des Farbstoffes über normales Essen und angereicherte Lebensmittel zusammen, dann essen Kinder häufig rund 50 Prozent mehr Lycopin als von den Behörden vorgesehen.

Sie möchten die Arbeit von Dr. Watson unterstützen?

Jetzt spenden

Zusatzstoffe Datenbank

Mehr erfahren

Hintergründe

Mehr erfahren

Aktuelles

Mehr erfahren

Sie haben noch nicht das Richtige gefunden?

Dann können Sie auch den gesamten DR. WATSON durchsuchen:

! Hinweis

Das DR. WATSON Lexikon gibt keine medizinischen Ratschläge oder Empfehlungen. Das DR. WATSON Lexikon informiert über Nahrungsmittel – unabhängig, wissenschaftlich fundiert, verständlich. Und immer mit einer klaren Perspektive: Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Konsumenten.

 

Das DR. WATSON Lexikon betrachtet auch die Rolle des modernen Ernährungssystems, der sogenannten westlichen Ernährung, mit der globalen industriellen Einheitskost der großen Konzerne, vor allem der gesundheitlich problematischen ultra-verarbeiteten Nahrung. 

 

Es informiert über die Auswirkungen der Nahrungsmittel auf den menschlichen Organismus, insbesondere über die Folgen deren industrielle Produktion, auch auf, die Umwelt, den Planeten.

 

Das ist das neue Paradigma bei der Bewertung: Der Grad der Entfernung von der Natur.

 

Immer mehr Fachleute in aller Welt sehen dies als wesentliches Kriterium bei der Frage nach dem gesundheitlichen Wert der Lebensmittel.

 

Denn es ist ein großer Unterschied, ob ein Erdbeerjoghurt selbst gemacht wird, mit frischen Früchten, oder ob er aus dem Plastikbecher kommt. Oder die Pizza: Da ist die Tiefkühlvariante ein völlig anderes Nahrungsmittel als das traditionelle Vorbild. Auch bei den Vitaminen ist es wichtig, ob sie aus einem Apfel kommen, oder aus der Corn-Flakes-Packung, oder gar als Pille aus der Apotheke, dem Drogeriemarkt oder dem Internet.

 

Es geht im 21. Jahrhundert nicht mehr bloß um Kalorien, um Nährstoffe und Schadstoffe, Viren und Bakterien, um Zucker, Fett, Vitamine.

 

Es geht auch um die Chemie im Essen, um Kollateralschäden der industriellen Produktion, sogar um die Verbindungen von Medien und einflussreichen Fachleuten zu Industriekonzernen – und um allfällige Schieflagen im Expertenurteil, die bei Konsumenten zu Fehlentscheidungen bei der Nahrungsauswahl und damit zu Gesundheitsproblemen führen können.

 

Das DR. WATSON Lexikon zeigt die Folgen der industriellen Herstellung von Nahrung – auch für die Gesellschaft, die einen immer größeren Aufwand treiben muss, um die zunehmende Krankheitslast zu bewältigen.

 

Die Industrialisierung der Nahrung hat auch Auswirkungen auf das Gehirn, die Psyche, das Wohlbefinden, die intellektuelle Leistungsfähigkeit und das Verhalten.

 

Die industrielle Nahrungsproduktion stellt eine epochale Veränderung dar, nach Ansicht mancher Experten vergleichbar mit den Umwälzungen in jener Zeit, als die Menschen sesshaft wurden.

 

Es geht um uns alle, ganz persönlich, auch um unsere Kinder, deren Zukunft, die ganze Gesellschaft, sogar um die Tiere, die unter der Entfremdung von den natürlichen Grundlagen ebenfalls leiden.

 

Mehr Wissen über diese Veränderungen – und was sie für mich bedeuten: Das DR. WATSON Lexikon liefert die nötigen Informationen – und damit wertvolle Anregungen für den Weg aus der industriellen Ernährungsfalle.

 

DR. WATSON informiert auch über die Auswirkungen von chemischen Zusatzstoffen auf den Organismus, auf die Gesundheit, detalliert und ausführlich in einer eigenen Datenbank.

 

Offiziell gelten sie als unbedenklich. Doch es kommt natürlich auf die verzehrten Mengen an. Die steigen seit Jahrzehnten steil an - und damit auch die Risiken.

 

So stehen etwa Geschmacksverstärker wie Glutamat in Verdacht, zu Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson beizutragen. Farbstoffe können zu Hyperaktivität und Lernstörungen führen (ADHS). Auch Migräne kann von Lebensmittelzusätzen ausgelöst werden. Süßstoffe wie Aspartam stehen sogar unter Krebsverdacht. Konservierungsstoffe können den Darm schädigen und das Immunsystem stören. Zitronensäure kann die Zähne angreifen, außerdem schädliche Metalle wie Aluminium ins Gehirn transportieren. Industrielles Aroma kann dick machen. Phosphate können den Alterungsprozess beschleunigen und Krankheiten früher auftreten lassen wie Herzleiden, Bluthochdruck, die Knochenschwäche Osteoporose.

 

Überraschenderweise können sich die Effekte der einzelnen Chemikalien durch die gemeinsame Verabreichung vervielfachen. Das zeigte unter anderem eine Studie der Universität Liverpool mit den zwei Farbstoffen E104 (Chinolingelb) und E133 (Brillantblau), dem Geschmacksverstärker Glutamat (E621), und der Süßstoff Aspartam (E951).

 

Das Ergebnis: Die schädliche Wirkung der Zusatzstoffe auf das Gehirn (Neurotoxizität) addierte sich nicht, wie zu erwarten wäre, sondern vervielfachte sich. Eine Mischung aus dem blauen Farbstoff E133 und Glutamat (E621) etwa bremste das Zellwachstum nicht, wie zu erwarten gewesen wäre, um 15,8 Prozent, sondern um 46,1 Prozent. Eins und eins ist bei Zusatzstoffen also nicht gleich zwei, sondern mitunter auch sechs.

 

DR. WATSON informiert natürlich auch über die Alternativen. Über Bio-Lebensmittel, die Vorzüge klassischer Ernährungssysteme mit kleinen Bauern, Gärtnern, Köchen, die traditionelle Ernährung, etwa die mediterrane Kost, die als Königsweg gilt zu einem gesunden und langen Leben.

 

Und DR. WATSON berichtet über Neues und Spannendes aus der Welt der Lebensmittel und der Ernährung, in den DR. WATSON NEWS.