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Tributylzinn (TBT)

Tributylzinn (TBT) ist eine Chemikalie, die als Hormonstörer wirken kann. TBT ist sehr vielseitig, es wurde früher als Schiffsanstrich verwendet,  in Textilien, in Pampers, Kartoffeln und Fischbüchsen. Die Chemikalie kann sowohl im Tierreich als auch bei Menschen für Veränderungen im Fortpflanzungssystem sorgen. Zudem steht sie als Dickmacher im Verdacht. TBT war berühmt geworden, weil sich in den 1980er Jahren des 20. Jahrhunderts mancherorts bei bestimmten Meeresschnecken die Weibchen plötzlich in Männchen verwandelt hatten: Ihnen waren Penisse gewachsen. Bei Barschen in hessischen Yachthäfen waren die Hoden bizarr vergrößert. Grund: Der Einsatz als Anti-Fouling-Schiffsanstrich. Er ist inzwischen verboten, weil sich das Tributylzinn in Flüssen, Seen und Meeren angereichert und weit verbreitet hat.

 

TBT ist ein Hormonstörer,  gilt als übergewichtsfördernd (»obesogen«), wie es US-Forscher um Bruce Blumberg von der University of California in einer Studie formuliert haben. »Tributylzinn erhöht die Zahl der Fettzellen«, warnt Blumberg. Dadurch würden die Leute »schneller fetter werden«. Wenn sie die Hormonchemikalie aufgenommen haben, werden sie gewissermaßen umprogrammiert. Denn: »Diese Zellen produzieren mehr Hormone, die sagen: Füttere mich!«

 

TBT kann auch das sogenannte metabolische Syndrom fördern, das auf ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall, Herzkrankheiten und die Zuckerkrankheit Diabetes hindeutet.

 

In der deutschen Öffentlichkeit sorgte TBT für größeres Aufsehen, als im Jahr 2000 der Stoff in den Trikots des Fußballvereins Borussia Dortmund gefunden wurde. Erheblich höher belastet als die Borussenleibchen waren damals manche Fischbüchsen.

 

Die Lebensmittelüberwachung fand später solche Verbindungen in Pommestüten, Papptellern und Müslipackungen, allerdings bestehe bei Verzehr der Lebensmittel daraus kein Risiko.

 

Trotzdem wurden solche Substanzen in Europa für Verbraucherprodukte seit 2010 generell verboten.

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