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Jany, Prof. Klaus-Dieter

Professor Klaus-Dieter Jany ist einer der Wissenschaftler, die sehr früh schon ganz zwanglos zwischen öffentlichen Aufgaben und Wirtschaftsinteressen pendelten. Für Gegner der Gentechnik ist er ein herausragendes Beispiel für den Lobbyismus in amtlichen Funktionen. Schon als Leiter des Molekularbiologischen Zentrums des Max Rubner-Instituts (damals Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel) in Karlsruhe setzte er sich, ungeachtet seiner Position als Angehöriger einer Forschungsanstalt der deutschen Bundesregierung, sehr für die Gen-Industrie ein.

 

Jany engagierte sich sogar persönlich für den US-Konzern Monsanto und fasste, um dessen Zulassungsantrag für Gen-Soja in Europa zu stützen, den Stand der Forschung zusammen. Jany, dazu befragt, empfand sich dabei trotz allem als »relativ neutral«.

 

Jany initiierte im Jahre 1998 den »Wissenschaftskreis Grüne Gentechnik«. Seinem Ruf und seiner Reputation hat die Lobbytätigkeit nicht geschadet: Er wurde von der Ernährungsszene weiter hoch geschätzt und für wichtige staatliche Aufgaben engagiert, auch in der Lebensmittelüberwachung. Er vertrat als Vertreter des Max Rubner-Instituts die amtliche Position der Bundesregierung in Sachen Gentechnik und Kennzeichnung.

 

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) verlieh ihm 2007 die Ehrenmitgliedschaft. Die Fachgesellchaft würdigte so »die wissenschaftliche Tätigkeit und sein langjähriges erfolgreiches Engagement für die Belange der DGE«.

 

Jany war auch ein maßgeblicher Experte für die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde Efsa, Mitglied des Wissenschaftlichen Ausschusses und Vorsitzender des Efsa-Panels für »Materialen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, Enzyme, Aromastoffe und Verarbeitungshilfsstoffe«.

 

Zudem war er Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL), der Lobbyvereinigung der deutschen Nahrungsindustrie, und auch Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Verbandes Deutscher Mühlen. Zeitweilig war er Vizepräsident für Forschung und Lehre der Wadi-International-University in Syrien.

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Das DR. WATSON Lexikon gibt keine medizinischen Ratschläge oder Empfehlungen. Das DR. WATSON Lexikon informiert über Nahrungsmittel – unabhängig, wissenschaftlich fundiert, verständlich. Und immer mit einer klaren Perspektive: Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Konsumenten.

Das DR. WATSON Lexikon betrachtet auch die Rolle der Ernährungssysteme, auf der einen Seite die großen Konzerne mit der globalen industriellen Einheitskost, auf der anderen Seite die kleinen Bauern, Gärtner, Köche, die traditionelle Ernährung, etwa die mediterrane Kost, die als Königsweg gilt zu einem gesunden und langen Leben.

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