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Sekundäre Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe sollen vor bestimmten Krebsarten schützen, den Blutdruck senken, auch Nerven und Gehirn unterstützen. Sie scheinen entzündungshemmend zu sein und antibakteriell, antithrombotisch, sie senken den Blutdruck und das Cholesterin, stärken das Immunsystem, wirken als Antioxidantien. Ihre große Bedeutung für die menschliche Gesundheit wird dank wissenschaftlicher Untersuchungen zunehmend klarer. In industriellen Produkten ist der Gehalt an sekundären Planzenstoffen stark reduziert: Die Nahrungsindustrie eliminiert, um die Haltbarkeit zu verlängern, die gesundheitlich wertvollen, aber licht- und sauerstoffempfindlichen Pflanzenschutzstoffe und filtert sie aus ihren Produkten heraus, etwa die Polyphenole im Apfelsaft.

 

Je weniger der für Menschen gesunden Substanzen enthalten ist, desto besser ist es für die Haltbarkeit des Produktes, für die Bedürfnisse der Industrie, aber natürlich nicht für die Gesundheit.

 

Übliche Praktiken der Lebensmittelverarbeitung, etwa Erhitzen, Filtern, chemisches Aufreinigen oder langes Lagern reduzieren mithin den Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen im Produkt und senken die ursprüngliche gesundheitsfördernde Kraft der Lebensmittel.



 

Erst seit den 1980er Jahren werden sie wissenschaftlich untersucht, etwa 100.000 verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe sind bislang bekannt und immerhin 5000 bis 10.000 davon können dem Menschen in seiner Ernährung begegnen. Über detaillierte Wirkungen der Stoffe ist verhältnismäßig wenig bekannt.

 

Die große Zahl an Stoffe wird nach ihrer Struktur und Funktion in folgende Gruppen eingeteilt: Polyphenole, Carotinoide, Phytoöstrogene,Glucosinolate, Sulfide, Monoterpene, Saponine, Protease-Inhibitoren, Phytosterine und Lektine. Nur der Pflanzenfarbstoff Chlorophyll und der Phosphatspeicher Phytinsäure können nicht zugeordnet werden, gehören aber trotzdem zu den sekundären Pflanzenstoffen.


 

Sekundäre Pflanzenstoffe, auch als Phytamine beworben, werden von speziellen Zelltypen der Pflanze für ihren Stoffwechsel hergestellt. Sie dienen ihr beispielsweise als Farbstoffe, als Abwehrstoffe gegen Fressfeinde oder Angriffe von Mikroorganismen, als Medikament oder als Wachstumsregulatoren.

 

Sowohl in Obst als auch im Gemüse kommen sie vor, in Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Nüssen oder Getreide. 

Nach Angaben des Bundesforschungsinstituts für Ernährung und Lebensmittel (Max Rubner-Institut, kurz MRI) werden mit einer durchschnittlichen, gemischten Kost täglich etwa 1,5 Gramm an sekundären Pflanzenstoffen verzehrt. Vegetarier essen deutlich mehr.



 

In der Werbung für Nahrungsergänzungsmittel weisen Hersteller gern darauf hin, dass die Durchschnittsbevölkerung weniger Gemüse und Obst verzehrt als empfohlen wird und daher wesentlich von angereicherten Lebensmittel oder Nahrungsergänzungen aus dem Feld der sekundären Pflanzenstoffe profitieren würden.

 

Als Pulver und Pillen aber scheinen diese Stoffe nicht immer ganz ungefährlich zu sein. Der Fall  Beta-Carotin hat gezeigt, dass die heilsamen Wirkung in gesundheitsschädliche umschlagen können, wenn die Substanz nicht über das normale Essen aufgenommen wird, sondern künstlich isoliert verabreicht.

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Das DR. WATSON Lexikon gibt keine medizinischen Ratschläge oder Empfehlungen. Das DR. WATSON Lexikon informiert über Nahrungsmittel – unabhängig, wissenschaftlich fundiert, verständlich. Und immer mit einer klaren Perspektive: Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Konsumenten.

Das DR. WATSON Lexikon betrachtet auch die Rolle der Ernährungssysteme, auf der einen Seite die großen Konzerne mit der globalen industriellen Einheitskost, auf der anderen Seite die kleinen Bauern, Gärtner, Köche, die traditionelle Ernährung, etwa die mediterrane Kost, die als Königsweg gilt zu einem gesunden und langen Leben.

Es informiert über die Auswirkungen der Nahrungsmittel auf den menschlichen Organismus, insbesondere über die Folgen deren industrielle Produktion, auch auf, die Umwelt, den Planeten.

Das ist das neue Paradigma bei der Bewertung: Der Grad der Entfernung von der Natur.

Immer mehr Fachleute in aller Welt sehen dies als wesentliches Kriterium bei der Frage nach dem gesundheitlichen Wert der Lebensmittel.

Denn es ist ein großer Unterschied, ob ein Erdbeerjoghurt selbst gemacht wird, mit frischen Früchten, oder ob er aus dem Plastikbecher kommt. Und die Tiefkühlpizza ist ein völlig anderes Nahrungsmittel als das traditionelle Vorbild. Auch bei den Vitaminen ist es wichtig, ob sie aus einem Apfel kommen, oder aus der Corn-Flakes-Packung, oder gar als Pille aus der Apotheke, dem Drogeriemarkt oder dem Internet.

Es geht im 21. Jahrhundert nicht mehr bloß um Kalorien, um Nährstoffe und Schadstoffe, Viren und Bakterien, um Zucker, Fett, Vitamine.

Es geht auch um die Chemie im Essen, um Kollateralschäden der industriellen Produktion, sogar um die Verbindungen von Medien und einflussreichen Fachleuten zu Industriekonzernen – und um allfällige Schieflagen im Expertenurteil, die bei Konsumenten zu Fehlentscheidungen bei der Nahrungsauswahl und damit zu Gesundheitsproblemen führen können.

Das DR. WATSON Lexikon zeigt die Folgen der industriellen Herstellung von Nahrung –auch für die Gesellschaft, die einen immer größeren Aufwand treiben muss, um die zunehmende Krankheitslast zu bewältigen.

Die Industrialisierung der Nahrung hat auch Auswirkungen auf die Psyche, das Wohlbefinden, die individuelle Leistungsfähigkeit und das Verhalten.

Die industrielle Nahrungsproduktion stellt eine epochale Veränderung dar, nach Ansicht mancher Experten vergleichbar mit den Umwälzungen in jener Zeit, als die Menschen sesshaft wurden.

Es geht um uns alle, ganz persönlich, auch um unsere Kinder, deren Zukunft, die ganze Gesellschaft, sogar um die Tiere, die unter der Entfremdung von den natürlichen Grundlagen ebenfalls leiden.

Mehr Wissen über diese Veränderungen – und was sie für mich bedeuten: Das DR. WATSON Lexikon liefert die nötigen Informationen – und damit wertvolle Anregungen für den Weg aus der industriellen Ernährungsfalle.