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Transfette

Industrielle Transfette werden hergestellt, um Öle schnittfest und länger haltbar zu machen. In Fastfood, Kartoffelchips, Fertignahrung zählen sie zu den gesundheitlich bedenklichen Nahrungsbestandteilen. In den USA sollen sie schuld sein am Tod von 30 000 Menschen jährlich. In vielen Ländern ist ihre Verwendung gesetzlich eingeschränkt, weil sie zu Übergewicht und verschiedenen Gesundheitsproblemen führen können. In Deutschland gibt es hingegen nach offizieller Lesart kein Transfett-Problem. Natürliche Transfette hingegen, die etwa in Milch und Sahne vorkommen, gelten als unbedenklich, ja sogar gesund.

 

Die deutsche Stiftung Warentest stießen immer wieder auf die ungesunden Fette. Zum Beispiel im Maggi Kartoffelpüree »flockenlocker«, oder auch in den Pommes Frites von Ikea oder McDonald’s. Die Hersteller haben darauf offenbar reagiert, bei behördlichen Untersuchungen fanden sich die „Killerfette“, wie sie von Kritikern genannt werden, vor allem in Gebäcken wie Krapfen oder Berlinern.

 

Transfette sind auch in Supermarkt erhältlich, auf dem Etikett als »Gehärtete Fette« oder »Fette, z.T. gehärtet« erkennbar.

 

Sie sind eine Spezialschöpfung für die Food-Fabriken. Sie entstehen durch industrielles Härten von natürlichen Pflanzenölen und kommen in der Natur nicht vor. Es sind Designerstoffe, konstruiert für die Bedürfnisse der Margarineproduzenten, Back-Konzerne, Fastfood-Ketten.

 

Zahlreiche Studien belegen den Verdacht auf ungesunde Wirkungen: So soll die Zuckerkrankheit Diabetes durch Transfett gefördert werden. Es kann auch zu Wachstumsstörungen im Kindesalter führen, das Risiko für Prostata-, Darm- und Brustkrebs steigt. Sie können aber auch Herzleiden begünstigen.

 

Transfette stehen auch im Verdacht, das Risiko für Alzheimer zu erhöhen. Sie verändern die Gehirnstrukturen, fördern auch Aggressivität und Hyperaktivität, so eine brasilianische Studie in der Zeitschrift Neuroscience. „Unsere Studie ist eine Warnung über generationsübergreifenden Konsum von industriell verarbeiteten Lebensmitteln“, so die Forscher. Zu viel Transfett könne „die Entwicklung von neuropsychiatrischen Störungen“ fördern, bis hin zu manisch-depressiven Störungen.

 

Und sie erhöhen das Risiko für Übergewicht. Ein sechs Jahre dauerndes Experiment mit Affen an der Wake Forest Universität im US-Staat North Carolina hat ergeben, dass die Übergewichtsrate deutlich erhöht war, wenn die Affen Transfette im Futter hatten.

 

Transfett macht auch unfruchtbar. Laut einer Untersuchung der Harvard Medical School in Boston erhöht sich das Risiko für Unfruchtbarkeit um bis zu 73 Prozent, wenn die Frauen nur zwei Prozent mehr Transfettsäuren essen.

 

Klassisch ist der Einsatz in Margarine. Nach einer Schweizer Studie enthalten vor allem Blätterteiggebäck, Waffeln, Kekse und Fettpasten aus Pflanzenöl die ungesunden Transfettsäuren. 98 Proben aus 17 Lebensmittelgruppen wurden untersucht, in 15 dieser Gruppen wurde der international als inoffizieller Grenzwert betrachtete Wert von zwei Prozent im Gesamtfett überschritten. Ein dänisches Gesetz schreibt diesen Grenzwert von zwei Prozent vor.

 

Im US-Bundesstaat New York wurden die Transfettsäuren seit 2008 schrittweise für Restaurants verboten. Auch die Schweiz hat sich dem Kampf gegen die industriellen Fette angeschlossen.

 

Nur in Deutschland gibt es nach offizieller behördlicher Auffassung kein Transfett-Problem. Als Kronzeuge engagierte sich, mit Studien und Interviews, etwa für das deutsche Margarine-Institut, der Hamburger Professor Hans Steinhart. Er war nach eigenen Angaben seit langem der Food-Industrie in Kooperationen verbunden, unter anderem mit dem Hersteller der Rama-Margarine.

 

Nicht zu verwechseln mit den ungesunden industriellen Transfetten sind die gesunden, natürlichen Transfette, etwa die Konjugierte Linolsäure (CLA), die unter anderem in Butter und Sahne enthalten ist und als Nahrungsergänzungsmittel verkauft wird, auch als Bestandteil von Schlankheitspillen.

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Immer mehr Fachleute in aller Welt sehen dies als wesentliches Kriterium bei der Frage nach dem gesundheitlichen Wert der Lebensmittel.

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