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Kalorien

Seit Jahrzehnten zählen Frauen und zunehmend auch Männer diese Einheiten und verkneifen sich mit Verweis auf erhöhte Kalorienzahlen Sahnetorten und Schweinebraten. Neuere Forschungen haben allerdings ergeben, dass es beim Abnehmen gar nicht in erster Linie um die Kalorien geht, sondern um die Qualität der Nahrung und ihre Auswirkungen auf die Nahrungsverarbeitung durch Hormone  im Körper.

 

Doch die Kalorien gelten bei Diäten und bei Abnehmwilligen immer noch als wichtigste Maßeinheit. Dick wird, wer mehr Kalorien aufnimmt, als er verbraucht – so lautete bisher die Regel, und so verkündeten es alle, von der Regierung bis zur Allgemeinen Ortskrankenkasse.

 

So fußt etwa der lange vorherrschende Glaube, dass Zucker nicht dick mache, sondern nur Fett, auf der Kalorientheorie. Denn ein Gramm Fett liefert neun Kalorien, ein Gramm Zucker hingegen nur vier.

 

Der Gehalt an Kalorien oder Kilokalorien (Kcal) hat sich als Maßeinheit für den verwertbaren Energiewert eines Lebensmittels durchgesetzt. Zwar gibt es auch die Bezeichnung Joule (J) bzw. Kilojoule (kJ), doch sie wurde von den Verbrauchern nicht akzeptiert. Als Umrechnungsfaktor gilt: 1 Kilokalorie = 4,184 Kilojoule bzw. 1 Kilojoule = 0,239 Kilokalorie.

 

Unterschiedliche Nahrungsmittel können indessen unterschiedliche Effekte auf die Nahrungsverarbeitung haben. So führt etwa die Aufnahme von zuckrigen Softdrinks zu einem Anstieg des Hormons Insulin im Blut – mit der Folge, dass man verstärkten Hunger entwickelt und mehr isst.

 

„Es geht nicht um die Kalorien. Es geht um die Rolle im Körper“, sagt der US-Forscher Robert Lustig, Professor für Kinderheilkunde in der Abteilung für Endokrinologie, also Hormonkunde, an der University of California in San Francisco.

 

Und wenn auch Zucker weniger Kalorien hat – seine Aktivitäten im Organismus seien das Wesentliche: „Zucker hat einzigartige Konsequenzen im Körper. Er ist ein Gift an sich.“

 

Neue Forschungsergebnisse über Hormone und ihre Funktion bei der Gewichtsregulation zeigen, dass der Körper normalerweise imstande ist, sein Gewicht zu halten. Mittlerweile enthält die Nahrung der Supermärkte nicht nur ein Überangebot an Zucker, das die Regulationsmechanismen zum Entgleisen bringen kann und neben Übergewicht auch ein erhöhtes Risiko für die Zuckerkrankheit Diabetes zur Folge hat sowie für Herzkrankheiten (Metabolisches Syndrom). Hinzu kommen auch andere zahlreiche Inhaltsstoffe, die die Abläufe stören, sogenannte Hormonstörer, die schon im frühen Kindesalter die Nahrungsaufnahme umprogrammieren.

 

Offenbar spielt auch der Grad der industriellen Verarbeitung eine Rolle: So nahmen bei einer Studie jene Versuchsteilnehmer besonders zu, die Nahrungsmittel wie Tiefkühlpizza, Softdrinks, Fastfood, Fertignahrung zu sich nahmen, im wissenschaftlichen Fachjargon "ultra-verarbeitete Nahrung" genannt. Der Kaloriengehalt spielte hier nachweislich keine Rolle.

 

 

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Das DR. WATSON Lexikon gibt keine medizinischen Ratschläge oder Empfehlungen. Das DR. WATSON Lexikon informiert über Nahrungsmittel – unabhängig, wissenschaftlich fundiert, verständlich. Und immer mit einer klaren Perspektive: Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Konsumenten.

Das DR. WATSON Lexikon betrachtet auch die Rolle der Ernährungssysteme, auf der einen Seite die großen Konzerne mit der globalen industriellen Einheitskost, auf der anderen Seite die kleinen Bauern, Gärtner, Köche, die traditionelle Ernährung, etwa die mediterrane Kost, die als Königsweg gilt zu einem gesunden und langen Leben.

Es informiert über die Auswirkungen der Nahrungsmittel auf den menschlichen Organismus, insbesondere über die Folgen deren industrielle Produktion, auch auf, die Umwelt, den Planeten.

Das ist das neue Paradigma bei der Bewertung: Der Grad der Entfernung von der Natur.

Immer mehr Fachleute in aller Welt sehen dies als wesentliches Kriterium bei der Frage nach dem gesundheitlichen Wert der Lebensmittel.

Denn es ist ein großer Unterschied, ob ein Erdbeerjoghurt selbst gemacht wird, mit frischen Früchten, oder ob er aus dem Plastikbecher kommt. Und die Tiefkühlpizza ist ein völlig anderes Nahrungsmittel als das traditionelle Vorbild. Auch bei den Vitaminen ist es wichtig, ob sie aus einem Apfel kommen, oder aus der Corn-Flakes-Packung, oder gar als Pille aus der Apotheke, dem Drogeriemarkt oder dem Internet.

Es geht im 21. Jahrhundert nicht mehr bloß um Kalorien, um Nährstoffe und Schadstoffe, Viren und Bakterien, um Zucker, Fett, Vitamine.

Es geht auch um die Chemie im Essen, um Kollateralschäden der industriellen Produktion, sogar um die Verbindungen von Medien und einflussreichen Fachleuten zu Industriekonzernen – und um allfällige Schieflagen im Expertenurteil, die bei Konsumenten zu Fehlentscheidungen bei der Nahrungsauswahl und damit zu Gesundheitsproblemen führen können.

Das DR. WATSON Lexikon zeigt die Folgen der industriellen Herstellung von Nahrung –auch für die Gesellschaft, die einen immer größeren Aufwand treiben muss, um die zunehmende Krankheitslast zu bewältigen.

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Die industrielle Nahrungsproduktion stellt eine epochale Veränderung dar, nach Ansicht mancher Experten vergleichbar mit den Umwälzungen in jener Zeit, als die Menschen sesshaft wurden.

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