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Abnehmen

»Die drei Dinge, vor denen sich Frauen am meisten fürchten«, witzelte die amerikanische Ernährungsberaterin Debra Waterhouse, »sind Dickwerden, öffentliche Reden halten und Sterben. Die denkbar übelste Vorstellung wäre also für sie, eine Vorlesung über den Tod halten zu müssen und dabei 40 Kilo Übergewicht zu haben.«

 

Abnehmen ist das Gebot der Stunde, und das gilt für alle Geschlechter, sogar weltweit: Überall sind Menschen dicker geworden, und viele dazu krank. Abnehmen ist also nicht nur eine Frage der subjektiven Ästhetik, sondern auch der Gesundheit. Und: Es ist möglich, auch ohne krampfhafte Diäten, ständiges Zählen von Kalorien, dauernde Furcht vor dem Fett.

 

Große Hoffnungen bei Pharmafirmen und auch Betroffenen zielen auf eine Schlankheitspille, weltweit suchen Professoren fieberhaft danach, bislang ohne durchschlagenden Erfolg.  Mitunter müssen die Studien abgebrochen werden, weil die Versuchsmäuse wegzusterben drohen – zu viel Abnehmen ist eben auch nicht gut.

 

Und kaum etwas wird vom Organismus so penibel kontrolliert wie das Gewicht – aus Überlebensgründen.

 

Die Natur kennt überflüssige Pfunde mithin überhaupt nicht: In der Tierwelt gibt es kein Übergewicht. Niemals wurde eine dicke Giraffe gesehen, ein Tiger mit Wampe oder ein Adler, der wegen überhöhten Startgewichts nicht abheben konnte. Ein Löwe muss keine Diät halten, ein Bär muss nicht zur Ernährungsberaterin. Die Natur regelt das Körpergewicht. Nur beim Menschen ist es zum Problem geworden, und bei seinem Haustier. »Das Übergewicht bei Haustieren scheint genauso problematisch zu sein wie das Übergewicht bei Menschen«, sagt die amerikanische Tierernährungsspezialistin Dr. Elisabeth Hodgkins. Denn »die Hunde können nicht mehr unterscheiden zwischen dem, was sie brauchen, und dem, was sie wollen«.

 

Der Übergang von traditionellen zu industriellen Ernährungssystemen ( href="https://www.food-detektiv.de/lexikon/?lex_search=Nutrition%20Transition">Nutrition Transition) hat dazu geführt, dass die natürlichen Regelungssysteme für die Nahrungsaufnahme aus der Spur geraten sind – und die Menschen wie ihre Haustiere unablässig zum Futtern treiben.

 

Offenbar kann die moderne, insbesondere die ultra-verarbeitete Nahrung) das Sättigungssystem beeinflussen. Dabei spielt ein Übermaß von Zucker eine große Rolle, aber auch das häufig verwendete industrielle Aroma. Zu den einflussreichsten Störern gehört auch der umstrittene Geschmacksverstärker Glutamat: Er ist einer der wichtigsten Botenstoffe im Gehirn, wirkt just in der Zentrale der Nahrungssteuerung, dem Hypothalamus.

 

Er kann auch, wie eine spanische Studie ergab, den Level des Schlankheitshormons Leptin absenken. Obwohl genug Material da ist, glaubt das Gehirn an Mangel – und schickt uns zum Kühlschrank oder an die Pommesbude.

 

Auch die Plastikhormone, die aus der Verpackung in die Nahrung übergehen sowie Pestizide haben solche Effekte auf die Nahrungssteuerung.

 

Die Wirkung von Süßstoffen beim Abnehmen ist umstritten. Sie werden in der Tiermast als Masthilfsmittel eingesetzt, weil sie die Gewichtszunahme der Tiere begünstigten (Süßstoffe).

 

Manche Nahrungsmittel können beim Abnehmen helfen. Grüntee beispielsweise. Bestimmte Inhaltsstoffe im Tee, die sogenannten Polyphenole, könnten den Gewichtsverlust begünstigen. Polyphenole gibt es auch im Wein: So soll regelmäßiges Weintrinken zu einem geringeren Bauchumfang führen. Auch bestimmte Bestandteile des Milchfettes können Fettzellen auflösen, beispielsweise die sogenannte konjugierte Linolsäure (CLA).

 

Helfen beim Abnehmen kann eine Umstellung auf traditionelle Ernährung, weil die dabei konsumierten echten Lebensmittel mehr von diesen gewichtsschonenden Stoffen enthalten und weniger von den übergewichtsfördernden Zutaten.

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! Hinweis

Das DR. WATSON Lexikon gibt keine medizinischen Ratschläge oder Empfehlungen. Das DR. WATSON Lexikon informiert über Nahrungsmittel – unabhängig, wissenschaftlich fundiert, verständlich. Und immer mit einer klaren Perspektive: Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Konsumenten.

Das DR. WATSON Lexikon betrachtet auch die Rolle der Ernährungssysteme, auf der einen Seite die großen Konzerne mit der globalen industriellen Einheitskost, auf der anderen Seite die kleinen Bauern, Gärtner, Köche, die traditionelle Ernährung, etwa die mediterrane Kost, die als Königsweg gilt zu einem gesunden und langen Leben.

Es informiert über die Auswirkungen der Nahrungsmittel auf den menschlichen Organismus, insbesondere über die Folgen deren industrielle Produktion, auch auf, die Umwelt, den Planeten.

Das ist das neue Paradigma bei der Bewertung: Der Grad der Entfernung von der Natur.

Immer mehr Fachleute in aller Welt sehen dies als wesentliches Kriterium bei der Frage nach dem gesundheitlichen Wert der Lebensmittel.

Denn es ist ein großer Unterschied, ob ein Erdbeerjoghurt selbst gemacht wird, mit frischen Früchten, oder ob er aus dem Plastikbecher kommt. Und die Tiefkühlpizza ist ein völlig anderes Nahrungsmittel als das traditionelle Vorbild. Auch bei den Vitaminen ist es wichtig, ob sie aus einem Apfel kommen, oder aus der Corn-Flakes-Packung, oder gar als Pille aus der Apotheke, dem Drogeriemarkt oder dem Internet.

Es geht im 21. Jahrhundert nicht mehr bloß um Kalorien, um Nährstoffe und Schadstoffe, Viren und Bakterien, um Zucker, Fett, Vitamine.

Es geht auch um die Chemie im Essen, um Kollateralschäden der industriellen Produktion, sogar um die Verbindungen von Medien und einflussreichen Fachleuten zu Industriekonzernen – und um allfällige Schieflagen im Expertenurteil, die bei Konsumenten zu Fehlentscheidungen bei der Nahrungsauswahl und damit zu Gesundheitsproblemen führen können.

Das DR. WATSON Lexikon zeigt die Folgen der industriellen Herstellung von Nahrung –auch für die Gesellschaft, die einen immer größeren Aufwand treiben muss, um die zunehmende Krankheitslast zu bewältigen.

Die Industrialisierung der Nahrung hat auch Auswirkungen auf die Psyche, das Wohlbefinden, die individuelle Leistungsfähigkeit und das Verhalten.

Die industrielle Nahrungsproduktion stellt eine epochale Veränderung dar, nach Ansicht mancher Experten vergleichbar mit den Umwälzungen in jener Zeit, als die Menschen sesshaft wurden.

Es geht um uns alle, ganz persönlich, auch um unsere Kinder, deren Zukunft, die ganze Gesellschaft, sogar um die Tiere, die unter der Entfremdung von den natürlichen Grundlagen ebenfalls leiden.

Mehr Wissen über diese Veränderungen – und was sie für mich bedeuten: Das DR. WATSON Lexikon liefert die nötigen Informationen – und damit wertvolle Anregungen für den Weg aus der industriellen Ernährungsfalle.